Berlin  Ruth Moschner über Reality-TV: „Mit den Kreaturen der Gesellschaft umgehen lernen“

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 03.02.2023 11:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ruth Moschner wendet sich gegen die Cancel Culture und ruft dazu auf, mit grenzüberschreitenden Reality-Stars besser umgehen zu lernen. Foto: imago-images/Christoph Hardt
Ruth Moschner wendet sich gegen die Cancel Culture und ruft dazu auf, mit grenzüberschreitenden Reality-Stars besser umgehen zu lernen. Foto: imago-images/Christoph Hardt
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Ruth Moschner ist gegen eine Cancel Culture im TV. Wir müssten „lernen, mit solchen Kreaturen der Gesellschaft umzugehen und Betroffene zu schützen“, sagte die Moderatorin über grenzüberschreitende Reality-Stars.

Ruth Moschner (46) wendet sich gegen das Canceln kontroverser Reality-Stars: „Wichtig ist, dass wir lernen, mit solchen Kreaturen der Gesellschaft umzugehen und Betroffene zu schützen“, sagte die Moderatorin unserer Redaktion und nannte ein Beispiel: „Ich glaube, Leute wie Marcus Prinz von Anhalt zu canceln, ist keine Lösung. Nur weil wir sie nicht ins Fernsehen lassen, heißt es ja nicht, dass sie nicht da sind. Solche Leute suchen sich dann andere Wege.“ Der ehemalige Zuhälter und Reality-Star hatte in Sat.1-Formaten wiederholt Sexismus und Homophobie verbreitet.

Statt Skandal-Promis einfach nicht mehr einzuladen, solle das Fernsehen den Umgang mit Grenzüberschreitungen einüben, sagte Moschner und entwarf eine klare Spielregel: „Man darf so einen Konflikt nicht absichtlich einplanen. Niemand darf absichtlich verletzt werden“, so die Moderatorin. Aber: „Wenn sowas im Affekt passiert, finde ich die Diskussion danach wichtiger als das Löschen.“

Mehr Moschner: Hier lesen Sie das Interview im Wortlaut

Auf diese Weise könne das Unterhaltungsfernsehen die Gesprächskultur verbessern: „Das haben wir verlernt: die Auseinandersetzung mit Fehlern“, sagte Moschner. „Wenn wir jemanden wie Marcus Prinz von Anhalt komplett löschen und nicht mehr einladen, dann entwickeln wir uns nicht weiter“, erklärte die 46-Jährige. „Und natürlich gilt immer: Witze nur auf Augenhöhe. Auf Promis kann man rumhacken. Aber über Leute ohne Fernseherfahrung lacht man nicht“, so Moschner.

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