Bremen Mit Füllkrug nach Stuttgart – das ist die gute Nachricht für Werder
Der ehemalige Fußball-Profi Hans-Jürgen Gundelach analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Fußball-Bundesliga und die Spiele des SV Werder Bremen. Der Torhüter kam in 194 Erst- und Zweitligaspielen für Eintracht Frankfurt, den FC Homburg und den SV Werder zum Einsatz. In Bremen, wo er später Trainer im Nachwuchsleistungszentrum wurde, beendete er 1997 seine aktive Laufbahn. Er hat sich in Hude selbstständig gemacht und ist Coach des FC Hude.
Liebe Leserinnen und Leser,
wie gut, dass sich Niclas Füllkrug beim SV Werder offensichtlich sehr wohlfühlt. Dass er nach seiner grandiosen Hinrunde in der Bundesliga und seinen starken Auftritten bei der Weltmeisterschaft einige attraktive Angebote vorliegen hatte, war logisch. Wie wichtig er dafür ist, dass die Bremer ihr Ziel, den Verbleib in der Fußball-Bundesliga, erreichen können, hat er mit seinen beiden Toren zum 2:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg erneut bewiesen.
Ich finde, dass seine Entscheidung, in der Winterpause der Saison 2022/23 keinen Vereinswechsel anzustreben, auch für ihn die richtige war. Der SV Werder ist für ihn derzeit eine gute Adresse: Füllkrug ist gesetzt (und unersetzlich). Das Spiel ist auf ihn ausgerichtet. Er hat deshalb in dieser Saison sogar die Chance, die Torjägerkanone zu gewinnen. Sicher ist, dass er in Bremen weiter Tore schießen wird – und daran wird er im Hinblick auf weitere Nominierungen für Länderspiele von Bundestrainer Hansi Flick gemessen werden. Hält Füllkrug seine Form, davon gehe ich aus, wird er auch als Spieler des SV Werder weiter in der Nationalmannschaft auflaufen. Er ist für mich bereits jetzt ein Anwärter auf einen Platz im Kader für die Heim-Europameisterschaft im Sommer 2024.
Füllkrugs Verbundenheit zum SV Werder wird im Sommer aber mit Sicherheit ein weiteres Mal auf eine harte Probe gestellt. Dann trudeln bei ihm und seinem Berater wieder eine Reihe von Angeboten ein, bei denen der Bremer Club finanziell nicht mithalten kann. Und: Füllkrug hat ja nach dem Wolfsburg-Spiel selbst gesagt, dass der Verein nach der laufenden Saison darauf angewiesen sein könnte, Transfereinnahmen zu generieren.
Das ist allerdings Zukunftsmusik. Werder tritt am Sonntag, 5. Februar, ab 15.30 Uhr mit Füllkrug beim VfB Stuttgart an. Dort fehlt in Mitchell Weiser leider ein Spieler, der in den vergangenen Monaten ebenfalls herausragende Leistungen geboten hat. Ich finde, dass er nicht mehr weit davon entfernt ist, ein Kandidat für die Nationalelf zu werden. Nicht nur wegen seiner acht Torvorlagen gilt für ihn Ähnliches wie für Füllkrug. Weiser, der auf der rechten Außenbahn dank seiner technischen Fähigen und seines Tempos offensiv großen Druck erzeugt und zudem wichtige Defensivarbeit erledigt, kann eigentlich nicht ersetzt werden. Es ist ärgerlich, wie er sich die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hat und dass er in einer Partie fehlt, in der Werder einen Schritt in Richtung Nichtabstieg machen kann. Andererseits gibt es kein passendes Spiel für eine Sperre.
Werder-Trainer Ole Werner wird eine Lösung finden, wie Weisers Ausfall doch kompensiert werden kann. Außerdem wird es für seine Mannschaft darauf ankommen, genauso aufzutreten wie gegen Wolfsburg, dann, aber auch nur dann, kann sie in Stuttgart ebenfalls punkten.