Tourismus im Landkreis Leer  Zwei Immobilien in Detern sollen Touristen locken

Tobias Rümmele
|
Von Tobias Rümmele
| 05.02.2023 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die alte Zollstation liegt idyllisch am Ufer der Jümme. Foto: Privat
Die alte Zollstation liegt idyllisch am Ufer der Jümme. Foto: Privat
Artikel teilen:

Der Café-Betrieb in der Alten Zollstation steht derzeit still, ein attraktives Grundstück am anderen Flussufer liegt brach. Doch beide Orte könnten in Zukunft den Tourismus ankurbeln.

Detern - Wenn Deterns Bürgermeister Ruben Grüssing (SPD) von der Alten Zollstation spricht, kommt er ins Schwärmen. „Das Gebäude hat eine ideale Lage und ist ein Sahnestück“, sagt er. Das Problem: Seit das Ehepaar Uschi und Thorsten Dorloff im vergangenen Jahr beschloss, sich vom Café-Betrieb in dem Gebäude zurückzuziehen, liegt das historische Gebäude im Dornröschenschlaf. Daran, dass es keine Gäste anlockte, liegt das nicht. Finanziell stand das Café gut da, erklärte Uschi Dorloff damals der Redaktion. Es seien sehr persönliche Gründe gewesen, die zu der Entscheidung geführt hätten.

Was und warum

Darum geht es: In Detern warten zwei attraktive Immobilien auf einen Investor.

Vor allem interessant für: Touristiker und Menschen aus Stickhausen

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie es mit der derzeit geschlossenen Alten Zollstation weitergeht.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

Auch Grüssing ist überzeugt, dass die Zollstation wieder zu einem Besuchermagnet werden wird. „Das kann eine Goldgrube sein“, sagt er. Es seien auch bereits verschiedene Gastronomen aus der Region angesprochen worden. „Leider hat das noch nicht funktioniert“, so der Bürgermeister. Bislang scheiterte eine Übernahme am Kaufpreis, der dem Ehepaar Dorloff als derzeitigen Eigentümern vorschwebt. Ein Umstand, den Grüssing bedauert, denn die Schließung habe eine Lücke hinterlassen. Zwar gebe es in Detern drei gute Restaurants. „Aber keinen klassischen Café-Betrieb“, erklärt er. Gerade bei Radtouristen sei das alte Haus am Fluss ein beliebtes Ausflugsziel.

Schwierige Zeiten für Gastronomen

Auf eine baldige Lösung setzt auch Samtgemeindebürgermeister Christoph Busboom (parteilos). Nicht nur bei Touristen würde die Alte Zollstation künftig gut ankommen. Wenn es nach ihm ginge, könnten dort auch die Einheimischen eine Gaststätte finden, in der auch am Abend noch etwas geboten wird. „Ich weiß aber, wie schwer die Lage für Gastronomen derzeit ist“, sagt Busboom. Uschi Dorloff will sich auf Anfrage der Redaktion nicht in die Karten schauen lassen. Sobald eine Lösung gefunden sei, wolle sie sich aber an die Öffentlichkeit wenden.

Derweil weckt auch eine andere Immobilie in Detern die Hoffnung, den Tourismus zu stärken. Schon seit mehreren Jahren versucht die Gemeinde ein Grundstück direkt gegenüber der Zollstation zu verkaufen. Hier sollte nach Wunsch der Gemeinde ein Hotel entstehen. Doch jahrelang biss kein Investor an. Die Lage am Flussufer, unweit des Jümmesees, sei trotzdem ideal für touristische Nutzung, ist Ruben Grüssing überzeugt. Der Deterner Bürgermeister verrät: „Wir haben mehrere Anfragen von Menschen, die dort ein Feriendorf mit Ferienwohnungen errichten könnten.“ Genaue Pläne gebe es noch nicht. Doch es liefen Gespräche. „Es soll auf jeden Fall etwas Besonderes sein und sich in die Natur einschmiegen“, erklärt Grüssing.

Attraktives Ensemble am Fluss- und Seeufer

Tatsächlich scheint die Lage ideal: Direkt an der Bundesstraße und unweit der Autobahn ist das Grundstück sehr gut erreichbar. Zudem stünde es in einem äußerst attraktiven Ensemble: Zwischen frisch sanierter Burg Stickhausen, Alter Zollstation, Campingplatz und Jümmesee könnte eine solche Siedlung viele Touristen in die Gemeinde locken. Für Radtouristen und Wassersportler wäre eine Menge geboten. Das sieht auch Samtgemeindebürgermeister Christoph Busboom so. „Ich wünsche mir insgesamt, dass der Tourismus ausgebaut wird“, sagt er. Die Planungen zu dem freien Grundstück seien noch nicht sehr weit fortgeschritten, doch es liefen aktuell viele Gespräche.

Als nächstes soll die Politik einbezogen werden. Deterns Bürgermeister Ruben Grüssing erklärt, dass bereits in der nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses das Thema auf die Tagesordnung komme. Schon bald könnten also die noch vagen Planungen konkreter werden.

Ähnliche Artikel