Berlin  WhatsApp-Betrugsversuch: So trickste eine ZDF-Journalistin die Trickbetrüger aus

Rebecca Niebusch
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Von Rebecca Niebusch
| 03.02.2023 11:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die WhatsApp-Betrugsmasche fängt meist mit „Hallo Mama“ oder „Hallo Papa“ an. Foto: dpa/Zacharie Scheurer
Die WhatsApp-Betrugsmasche fängt meist mit „Hallo Mama“ oder „Hallo Papa“ an. Foto: dpa/Zacharie Scheurer
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Eine neue Version des Enkeltricks bei WhatsApp grassiert gerade. Die Täter versuchten dabei, die Journalistin Nicole Diekmann zu betrügen. Sie führte ihren Chatpartner allerdings dann selbst an der Nase herum.

Diese Betrugsmasche macht gerade die Runde: Die Kriminellen geben sich per SMS oder WhatsApp als Kinder oder Enkelkinder der Kontaktierten aus und behaupten, eine neue Handynummer zu haben. Über den Chat bitten die Betrüger dann um Geld – etwa, weil wegen des neuen Handys kein Zugriff auf das Online-Banking möglich ist, um Rechnungen zu bezahlen.

Bei der ZDF-Journalistin Nicole Diekmann funktionierte die neue Version des Enkeltricks allerdings nicht: Sie entschied sich, den Spieß umzudrehen.

Alles begann mit dieser Nachricht: „Hallo Mama/Papa, mein Handy ist kaputt. Schickst Du mir eine Nachricht auf WhatsApp? Vergiss nicht, meine Nummer zu speichern. Danke!“ Das Chat-Protokoll, das Diekmann bei Twitter veröffentlichte, lesen Sie hier.

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Ab diesem Punkt sei der Betrüger nur noch unfreundlich und ausfallend geworden, berichtet Diekmann auch in ihrer Kolumne bei „T-Online“. „Ich weiß, dass du mitgespielt hast“, so der Betrüger.

Am Ende kennt er sogar ihren Namen: „Ich lasse dich nicht mehr allein (...) Nicole Diekmann“, schreibt er, wie in einem zweiten Twitter-Posting zu lesen ist. Konfrontiert mit seinen Daten, die die Journalistin in einem Screenshot festgehalten hatte, meint er, diese seien gefälscht.

Anders als Diekmann gibt es durchaus Menschen, die den Betrügern Glauben schenken und Geld überweisen. Offizielle Zahlen sind schwierig zu finden. Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein gibt gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) an, im November 2022 etwa 150 Fälle erfasst zu haben. Der entstandene Schaden liegt bei 250.000 Euro. Laut Polizei sei von einer höheren Dunkelzimmer auszugehen, da viele Geschädigte die Taten aus Scham, darauf hereingefallen zu sein, nicht anzeigen.

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