„Letzte Generation“ Klimaaktivisten verlieren ihre Glaubwürdigkeit
Wegen eines Thailand-Urlaubs haben zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ ihren Gerichtstermin verpasst. Die Reise zeigt, wo die „Letzte Generation“ fundamental scheitert.
Zwei Klimaaktivisten schwänzten offenbar ihren Gerichtstermin, um in Thailand Urlaub zu machen. Wegen dieses Fernflugs steht die „Letzte Generation“ jetzt massiv in der Kritik – und das völlig zu Recht. Das hat vor allem zwei Gründe.
Einen Gerichtstermin für einen Urlaubstrip sausen zu lassen ist nichts anderes als die Verhöhnung des Rechtsstaats. Der zweite Grund wiegt mindestens genauso schwer: Die Aktivisten ordnen ihr Leben öffentlichkeitswirksam angeblich dem Klimaschutz unter. Sie haben einen maximalen moralischen Anspruch, an dem sie jetzt gescheitert sind. Wer Straßen blockiert und Menschen hindert, zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren, macht sich schlicht unglaubwürdig, wenn er seinen Urlaub im mehr als zehn Flugstunden entfernten Thailand verbringt.
Mit einem versuchten Gegenangriff haben sich die Klimaschützer zudem keinen Gefallen getan. Da ist es ja gut, dass Reflexion und das Hinterfragen von Privilegien nach eigenen Angaben zu den Grundprinzipien der „Letzten Generation“ gehören. Die Asienreise von Yannik S. und Luisa S. ist ein guter Anlass zu beweisen, dass das nicht nur hohle Phrasen sind. Wer hohe Ansprüche an andere stellt, muss sich selbst daran messen lassen – und droht entsprechend tief zu fallen. Die radikale Verzichts-Rhetorik der Klima-Eiferer schadet dem Klimaschutz in der Sache mehr als jede Thailand-Reise.
Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de