Heimatverein Saterland  Hohe Auszeichnung für Margot Tameling im „Seelter Buund“

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 29.01.2023 10:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die geehrten Mitglieder und Vorstand des Heimatvereins Saterland „Seelter Buund“ (vorne, von links): Antonius Kanne, Alfons Heese, Paula Klären, Elisabeth Sibum, Margot Tameling, Michael Schulze-Althoff, Karl-Peter Schramm Foto: Passmann
Die geehrten Mitglieder und Vorstand des Heimatvereins Saterland „Seelter Buund“ (vorne, von links): Antonius Kanne, Alfons Heese, Paula Klären, Elisabeth Sibum, Margot Tameling, Michael Schulze-Althoff, Karl-Peter Schramm Foto: Passmann
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Für ihre Verdienste um die Sprache wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt. Weitere Mitglieder wurden ausgezeichnet. Der Vorstand zog eine positive Bilanz.

Ramsloh - Der Heimatverein Saterland (Seelter Buund) mit seinen 280 Mitgliedern zog auf der Jahreshauptversammlung im Landgasthof Dockemeyer in Ramsloh-Hollen eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. „Es konnten wieder verschiedene Veranstaltungen stattfinden“, sagte der zweite Vorsitzende Antonius Kanne. Er hielt die Versammlung auf Saterfriesisch ab.

Während der Versammlung am Freitagabend wurden mehrere Mitglieder geehrt. Für eine 25-jährige Mitgliedschaft wurde Paula Klären und Michael Schulze-Althoff ausgezeichnet. Seit 40 Jahren im Heimatverein sind Hermann Heese, Alfons Heese, Reinhold Kurre, Rosi Latzel und Georg Pahl. Für ihren Verdienst um die Saterfriesische Sprache wurde Margot Tameling zum Ehrenmitglied ernannt. Den Ehrenteller für eine 25-jährige Vorstandsarbeit erhielt Karl-Peter Schramm.

Vorstand zog positive Bilanz

Er sei sehr beeindruckt von der Arbeit des Seelter Buunds gewesen. Das „Seelter Kulturhuus“ im ehemaligen Bahnhofsgebäude in Scharrel wurde umfangreich saniert. Angefangen von der Heizungsanlage bis hin zum Fußboden. Nun sei das „Kulturhuus“ wieder ein Schmuckstück. Der Saterfriesisch-Beauftragte Henk Wolf stellte verschiedene Projekte des Seeltersk-Kontoor vor. Dort gibt es Verstärkung durch die gebürtige Westfriesin Tjallien Klasbeek. Die 45-Jährige aus den Niederlanden übernimmt zwei Aufgaben: das internationale Listen-Projekt und die Organisation einer Konferenz über die saterfriesische Sprache, Kultur und Geschichte, so Wolf.

Das Listen-Projekt habe als Ziel, Menschen darauf vorzubereiten, in mehrsprachigen Situationen zu funktionieren, ohne sofort auf die eigene Lieblingssprache zu verzichten. „Seeltersk foar Aal“ (Saterfriesisch für Alle) ist eine Broschüre, die die Sichtbarmachung der Saterfriesischen Sprache im Alltag forcierte. Es ist ein dauerhaftes Projekt, so Wolf. Die Zielgruppen seien recht unterschiedlich: Saterländer, Touristen im Saterland und Interessierte im Internet, für alle soll das Saterfriesische sichtbarer (und hörbarer) gemacht werden. Auch das Seelter Kneipen-Quiz wird es wieder geben. Mit Genehmigung von der Autorin Johanna Evers werde der „Friesischer Sprachkurs Seeltersk“ auch digital zur Verfügung gestellt.

Spende durch die Familie Espeter

„Das beliebte Schlachtfest wird wieder ausgerichtet“, gab Kanne bekannt. Stattfinden werde das Ereignis am 28. Oktober bei Hans Gerd Vocks an der Langhorster Straße. Besonderen Dank sagte Kanne den ehrenamtlichen Sprachlehrern, die den Kindern in Schule und Kindergärten Saterfriesisch beibringen. Danke sagt er auch der Familie Espeter, die dem Verein eine beachtliche Geldsumme gespendet habe, damit in den Kindergärten die saterfriesische Sprache unterrichtet wird.

Zu den vielen beeindruckenden Leistungen des Westfriesen Pyt Kramer gehöre die Verfassung mehrerer Nachschlagewerke über die saterfriesische Sprache. „Der Saterländer Ehrenbürger vermacht nach seinem Tod alle Unterlagen dem Seelter Buund. „Das hat Kramer uns zugesichert“, sagt Vorstandsmitglied Karl-Peter Schramm. Schramm vertritt die Saterfriesen im Minderheitenrat und im Büro für Sprachminderheiten (EBLUL) in Deutschland. Er ist Vorsitzender des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschland.

Saterländer Siegel in Lübeck?

Im Europäischen Hansemuseum Lübeck soll angeblich ein Saterländer Siegel aufbewahrt werden. Es soll noch aus der Zeit der Seeräuber stammen. Johanna Evers will sich auf die Spurensuche machen. Neben der Kultur sollte sich der Seelter Buund auch Gedanken zu Sitten und Gebräuchen im Saterland machen. „Noch gibt es ältere Einwohner, die darüber berichten können“, sagte Werner Ubbens. Er nannte als Beispiel die Osterfeuer. Das sollte nicht verloren gehen.

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