Großbaustelle Schulgebäude Nächste Hiobsbotschaft für die Hoheellernschule in Leer
Bei der Hoheellernschule reiht sich seit Jahren eine schlechte Nachricht an die nächste. Jetzt muss auch noch das Dach erneuert werden. Aber auch an den anderen Schulen gibt es einiges zu tun.
Leer - Mit seinem Amtsantritt als Leeraner Bürgermeister hat Claus-Peter Horst vor einem guten Jahr eine Großbaustelle übernommen: die Aufgabe, die Gebäude der sieben Grundschulen zukunftsfähig zu machen. Wie kompliziert das sein kann, zeigt die Hoheellernschule, an der seit rund acht Jahren unaufhörlich gearbeitet wird – mit gravierenden Einschränkungen für den Schulbetrieb. Spätestens die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig auch für Grundschulen eine tragfähige digitale Ausstattung ist. Das Land hat dafür das Förderprogramm „Digitalpakt“ aufgelegt, das die Kommunen finanziell unterstützt, aber auch sehr konkrete Anforderung an die Ausstattung der Schulgebäude stellt.
Was und warum
Darum geht es: Die Stadt arbeitet mit Hochdruck daran, die Grundschulen fit für die Zukunft zu machen, und hat dabei mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Vor allem interessant für: Eltern, künftige Eltern, Schulleiter, Kollegien
Deshalb berichten wir: Die Aufgabe, die Grundschulen der Stadt fit für die Zukunft zu machen ist so riesig, dass es sich lohnt, den Zwischenstand zu zeigen. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Angesichts des Alters und Zustands der Schulgebäude – einige sind denkmalgeschützt – und der finanziellen Nöte der Stadt liegen also einige Herausforderungen vor der Verwaltung. Und es kommen immer wieder neue hinzu. Das zeigte die jüngste Sitzung des Schulausschusses, bei dem die Stadtverwaltung die neuesten Wasserstandsmeldungen bekannt gab.
Baustelle Hoheellernschule
Böse Überraschungen ist man beim Thema Hoheellernschule mittlerweile fast gewöhnt: Asbestfunde, Wasserschäden, schimmelige Dachbalken – in den vergangenen Jahren reihte sich Hiobsbotschaft an Hiobsbotschaft. Auch am Donnerstagabend hatte Alexandra Abraham von der Stadtverwaltung eine schlechte Nachricht für die Mitglieder des Schulausschusses: Bei den Arbeiten am maroden Dachbalken habe sich herausgestellt, dass das ganze Dach „abgängig“ sei und erneuert werden müsse. Das werde erst in den Sommerferien geschehen, um den Lehrbetrieb nicht zu stören. Im neuen Schuljahr sollen sowohl das Erdgeschoss als auch das erste Obergeschoss wieder genutzt werden können. Für das Dachgeschoss brauche man aber noch mehr Zeit.
Auf die Frage von Heinz Dieter Schmidt (SPD), räumte Abraham ein, dass zumindest der Architekt derzeit nicht davon ausgehe, dass das Lehrerzimmer wie versprochen im Februar wieder genutzt werden könne. Man arbeite aber mit Hochdruck daran, dass für die Lehrer die Monate mit provisorischen Lösungen Ende Februar vorbei sein werden. Ursula Stevens-Kimpell (Linke) und die CDU-Fraktion pochten auf Informationen dazu, wie sich die Kosten für die Sanierung des Schulgebäudes im Verlauf der vergangenen acht Jahren entwickelt haben. Das Wissen könne helfen, die offenbar gemachten Fehler in Zukunft zu vermeiden.
Die Stadtverwaltung erstellt gerade eine Art Bestandsaufnahme, die für jedes Schulgebäude ermittelt, welcher (finanzielle) Aufwand jeweils nötig ist, um die einzelnen Schulgebäude fit für die Zukunft zu machen. In jedem Falle solle überprüft werden, ob womöglich ein Neubau die bessere Lösung sein könne.
Baustelle Ganztagsschule Plytenbergschule
Die Bauarbeiten für den Umbau der Plytenbergschule zur Ganztagsschule laufen bald an, die Aufträge könnten vergeben werden, sagte Abraham. Voraussichtlich könne im August mit den Asbest-Arbeiten begonnen werden. Im Oktober 2024 –und damit zwei Monate später als zunächst geplant – rechne man derzeit mit dem Ende der Bauarbeiten. Deshalb sei nicht sicher, dass schon im kommenden Schuljahr der Ganztagesbetrieb aufgenommen werden könne, sagte Jens Meyer von der Stadtverwaltung. Man werde aber alles daransetzen.
Ganztagesbetrieb Eichenwallschule
Die Eichenwallschule hat an einem Konzept für den Ganztagsbetrieb gearbeitet. Der neue Konrektor Kristof De Pryck stellte es dem Ausschuss vor: Eine Umfrage unter den Eltern habe ergeben, dass von Montag bis Donnerstag – an diesen vier Tagen in der Woche soll es Ganztagsangebote geben – rund die Hälfte, also etwa 150 Schülerinnen und Schüler, teilnehmen werden. Den Eltern seien abwechslungsreiche Angebote und eine hochwertige Hausaufgabenbetreuung wichtig. Die Ganztagsbetreuung werde bis 15.15 Uhr gehen. Für die Hausaufgabenbetreuung sollten eine Lehrkraft und zwei pädagogische Mitarbeiter sowie, wenn möglich, Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdis) oder des Freiwilligen Sozialen Jahres eingesetzt werden. Der Ganztagsunterricht solle auch genutzt werden, um die schwächeren Schüler gezielt zu fördern. Für die Freizeitangebote stehe man im Kontakt mit verschiedenen Vereinen und anderen Anbietern.
Zur Umsetzung dieses Konzepts brauche man zusätzliche Räume: eine Mensa mit 100 Plätzen, drei Gruppenräume für die Hausaufgabenbetreuung, einen Nass- und Kreativraum, einen Gruppenraum für musikalische und tänzerische Angebote, einen neuen Hausmeisterraum und einen Lagerraum für Pausenspielgeräte.
Umsetzung Digitalpakt
Bei der Umsetzung des Digitalpakts ist man in der Grundschule Logabirum am weitesten. Dort steht das Netzwerk und wurden die Endgeräte angeschafft. An der Daalerschule steht das Netzwerk kurz vor der Inbetriebnahme, die Geräte wurden angeschafft. An der Plytenberg- und an der Ludgerischule soll das Netzwerk noch an diesem Jahr aufgebaut werden. An der Hoheellern- und der Eichenwallschule wurde mit den Arbeiten begonnen. Die Endgeräte wurden entweder schon angeschafft oder sollen in Kürze folgen.
Nicht vom Digitalpakt profitieren kann die Grundschule in Bingum. Das Gebäude sei in einem so schlechten Zustand, dass es sich nicht lohne, mit mehreren 10.000 Euro die vom Land geforderten Voraussetzungen zu schaffen, sagte Erster Stadtrat Detlef Holz. Das bedeute aber nicht, dass die notwendigen Geräte nicht angeschafft würden. Sie würden dann halt nicht durch den Digitalpakt gefördert.