Berlin Stiftung Warentest vergleicht: Sind günstige No-Name-Produkte so gut wie Marken?
Gerade in Zeiten steigender Preise fragen sich viele im Supermarkt, ob es sich lohnt, für Markenprodukte mehr Geld auszugeben als für die Handelsmarken der Discounter. Das sagt die Stiftung Warentest.
Lebensmittel sind laut Statistischem Bundesamt von Dezember 2021 auf Dezember 2022 um 20,7 Prozent teurer geworden. Das macht sich bei jedem Einkauf an der Supermarktkasse bemerkbar. Nicht jeder kann oder will so viel mehr für Lebensmittel bezahlen. Da stellt sich die Frage, ob man auch auf die günstigeren No-Name-Produkte zurückgreifen kann, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen.
Also „ja“-Milch statt Weihenstephan-Milch kaufen? Edeka Bio-Olivenöl statt Bertolli Bio-Olivenöl? Saskia-Mineralwasser statt Apollinaris?
Ja, sagt die Stiftung Warentest, die 58 Lebensmitteltests der vergangenen drei Jahre ausgewertet hat. Insgesamt wurden 1414 Produkte geprüft. „Der Griff zur Handelsmarke kann helfen, Geld zu sparen – und zwar oft ohne Qualitätseinbußen“, so das Fazit der Warentester.
Der Einkaufskorb mit den besten Handelsmarken ist um 34 Prozent günstiger als der mit den besten Markenprodukten, so das Ergebnis von Stiftung Warentest. Am größten sind die Preisabstände bei Chips, Baby-Pre-Nahrung, Mineralwasser, Bitterschokolade, Tortelloni, vegetarischen Aufstrichen, Apfelmus und Balsamico-Essig.
Allerdings verteuerten sich Handelsmarken zuletzt stärker als klassische Marken. Und zwar im Schnitt um 19 Prozent während die Markenprodukte „nur“ um sechs Prozent teurer wurden.
Für den Vergleich der Produktqualität berücksichtigte Stiftung Warentest 48 Produktteste. Die Markenprodukte kamen dabei auf eine Durchschnittsnote von 2,8. Die Handelsmarken kamen auf 2,7.
Bei den Testsiegern hatten die Markenprodukte etwas die Nase vorn: Sie stellten in 55 Prozent der Fälle den Testsieger. In 15 Prozent der Fälle teilten sich ein Markenprodukt und eine Handelsmarke den Testsieg und bei 29 Prozent der Warentests lag eine Handelsmarke vorne. Fast immer folgte allerdings ein Produkt der jeweils anderen Markenart mit einer nur geringfügig schlechteren Note
Die Warentester kommen zu dem Schluss, dass günstige Bio-Handelsmarken genau so gut wie Bio-Klassiker sind. Spitzengeschmack erlebt man dagegen häufiger bei Marken-Klassikern. Was Schadstoffe in den Lebensmitteln betrifft, gibt es keine Unterschiede. Bei Keimen schneiden Markenprodukte etwas besser ab. Handelsmarken liegen dafür bei der Deklaration der Inhaltsstoffe vorn.
Laut Stiftung Warentest unterscheiden sich die Handelsmarkenprodukte von Lidl, Aldi, Edeka und Rewe im Großen und Ganzen nicht. Die Durchschnittsnoten bewegen sich zwischen 2,4 (Lidl) und 2,7 (Edeka und Rewe).