Bürgermeister zieht Bilanz  Uwe Sap aus Bunde ist „zufrieden, wie’s läuft“

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 26.01.2023 08:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nicht nur mit dem Jugendparlament möchte der Bunder Bürgermeister Uwe Sap die nachfolgende Generation für die Politik interessieren. In seinem Büro hat er auch Material für Kinder parat. Foto: Gettkowski
Nicht nur mit dem Jugendparlament möchte der Bunder Bürgermeister Uwe Sap die nachfolgende Generation für die Politik interessieren. In seinem Büro hat er auch Material für Kinder parat. Foto: Gettkowski
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Bauplätze, Jugendparlament, digitaler Dorfladen – fast alle Wahlversprechen, mit denen Uwe Sap als Bürgermeisterkandidat angetreten war, hat der 40-Jährige erfüllt. Es gibt aber auch Dämpfer.

Bunde - Uwe Sap ist kein Mensch, der sich gern selbst auf die Schulter klopft. Seine Bilanz über seine bisherige Zeit als Bürgermeister der Gemeinde Bunde formuliert er entsprechend bescheiden. „Ich bin zufrieden, wie‘s läuft“, sagt er. Dabei gibt es für diese zurückhaltende Selbsteinschätzung eigentlich gar keinen Grund. Fast nahezu alle Wahlversprechen hat der 40-Jährige inzwischen in die Tat umgesetzt oder zumindest auf den Weg gebracht.

Was und warum

Darum geht es: Uwe Sap blickt auf sein erstes Jahr als Bürgermeister der Gemeinde Bunde zurück.

Vor allem interessant für: Bunder und alle, die sich für Kommunalpolitik interessieren

Deshalb berichten wir: Wir ziehen Bilanz, welche Wahlversprechen die neuen Bürgermeister bereits eingelöst haben.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Jugendliche stärker in die politischen Entscheidungen einzubinden, war nur eines seiner politischen Ziele. Das hat er auch erreicht. „Am 12. Dezember wurde der Jugendgemeinderat gewählt“, erzählt der Bunder. Alle 14 Kandidaten habe er bereits persönlich kennengelernt. „Die Idee ist, dass sie ein Projekt selbst erarbeiten, für das wir dann Antrag auf Förderung durch das LEADER-Programm stellen werden.“

Digitaler Dorfladen kommt

Eines seiner Steckenpferde im Wahlkampf war der Wunsch, wieder einen Dorfladen in der Ortschaft Wymeer zu etablieren. Und zwar einen ganz modernen, der soll erst mit und ohne Personal, also völlig digital funktionieren. „Die Planung mit der Firma Bünting ist schon weit vorangeschritten, so dass wir das Projekt hoffentlich bald vorstellen können.“ Bis zur Umsetzung werde aber noch einige Zeit vergehen. Denn eingerichtet werden soll der Dorfladen der Zukunft im neuen Baugebiet in Wymeer, in dem 14 neue Bauplätze entstehen werden. Nicht die einzigen in der Gemeinde Bunde.

Für Sap war es wichtig, für Nachschub an Bauland zu sorgen. In Bunde werden nach seinen Worten in mehreren Bauabschnitten mehr als 100 Baugrundstücke geschaffen. Erschließungsträger ist die NLG „Wir gehen davon aus, dass im Sommer die Grundstücksvergabe losgehen kann.“ Aber werden es sich angesichts der Inflation junge Familien – genau die hat die Gemeinde ja besonders im Visier – überhaupt noch ein Eigenheim leisten können? „Wir müssen die Baugebiete ja nicht auf einen Schlag belegen“, macht Sap deutlich, „ich bin optimistisch, dass sich die Lage auch wieder positiv entwickeln wird.“

Keine Angst vor Krisen

Dasselbe hofft er für die Gemeindefinanzen. Für die hatte es im Herbst vergangenen Jahres nämlich einen gewaltigen Dämpfer gegeben. Die Gewerbesteuereinnahmen brachen um zwei Millionen Euro ein – eine Folge der Energiekrise. Die Gemeinde sei von der Entwicklung zwar kalt erwischt worden. Aus der Fassung bringen lässt Sap sich davon aber nicht. Man müsse die weitere Entwicklung abwarten und vorsichtig kalkulieren. „Aus einer Krise kann man auch gestärkt hervorgehen.“

Es gibt aber auch Projekte, die sich nicht realisieren lassen. Der Neubau der Grundschule stand ganz oben auf Saps Wunschliste. Nun ist das Projekt Geschichte. „Wir haben es versucht, aber es gibt einfach keine Chance auf Zuschüsse.“ Aber ohne Förderung hätte die Gemeinde eine Investition von zwölf bis 14 Millionen Euro nicht stemmen können. „Das ist schade drum, aber es wäre eine Überschuldung der Gemeinde nicht wert gewesen.“ Stattdessen werde jetzt das aus dem Jahr 1931 stammende Schulgebäude saniert. „Es gibt mehrere Varianten, die wir demnächst im Schulausschuss vorstellen werden.“

Förderanträge sind aufwendig

Die politische Seite kennt Uwe Sap schon seit vielen Jahren. Er sitzt bereits seit 2016 im Rat der Gemeinde Bunde. Seit er 15 ist, ist er Mitglied der SPD. Wie sein Vater Gerald Sap, der nicht nur sein politisches Interesse mitgeprägt hat, sondern auch sein Vorgänger als Bürgermeister war. Doch selbst, wenn man vieles kenne, sei es etwas völlig anderes, das Amt des Bürgermeisters selbst zu bekleiden. „Was ich doch überraschend finde, ist, wie viel Aufwand hinter dem Beantragen von Fördergeldern steckt“, sagt Sap. „Das bindet Personal, kostet Zeit und verlangsamt mitunter andere Arbeiten.“ Man müsse im Vorfeld gut abwägen, ob ein Projekt tatsächlich eine realistische Chance auf eine Förderung habe.

Grundsätzlich ist Sap aber mit dem Zusammenspiel von Politik und Verwaltung zufrieden. Nicht nur an der Spitze der Verwaltung hat es einen Generationenwechsel gegeben. Auch der Gemeinderat hat sich mit der Kommunalwahl verjüngt. „Unsere Zusammenarbeit ist gut. Der Rat ist der Entscheider. Ohne die Politik ist der Bürgermeister nichts“, sagt Sap bescheiden.

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