Reaktion auf hohe Energiepreise Nicht nur das Schwimmen wird in Bunde teurer
Der Rat der Gemeinde Bunde hat am Donnerstag die Anhebung der Eintrittspreise für das Mölenland-Bad beschlossen. An anderer Stelle werden die Kosten für die Bunder aber noch viel drastischer steigen.
Bunde - Einbrechende Gewerbesteuereinnahmen und explodierende Energiekosten zwingen die Gemeinde Bunde zu Maßnahmen, die der Bürger zu spüren bekommt: Der Eintrittspreis im Mölenland-Bad wird steigen und die Bunder müssen höhere Steuern zahlen. Das hat am Donnerstagabend der Rat der Gemeinde Bunde mehrheitlich beschlossen.
Der Hebesatz für die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer wird um jeweils 20 Prozentpunkte von 370 auf 390 angehoben. Die letzte Steuererhöhung liegt vier Jahre zurück. Ein Grundstücksbesitzer in der Ahornstraße müsste beispielsweise statt bisher 99,35 Euro 104,72 Euro Grundsteuer zahlen. In neuen Siedlungen wie dem Tjüchenring sei die Grundsteuer grundsätzlich höher. „Im Jahr macht die Steuererhöhung hier etwa 20 Euro aus“, erklärt der Bunder Bürgermeister Uwe Sap (SPD). Für die Gemeinde spült die Anhebung der Realsteuern einen Mehrertrag von 239.000 Euro in die Kasse.
Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen
Die Steuererhöhung ist in den Augen des Verwaltungschefs unumgänglich. Im vergangenen Jahr war die Gemeinde in finanzielle Schieflage geraten. „Das kam für uns ohne Vorwarnung und völlig überraschend“, sagt Kämmerer Joachim Schlötel. Die Gewerbesteuereinnahmen brachen um zwei Millionen Euro ein – eine direkte Folge der Energiekrise, die die Unternehmen und in der Folge auch die Gemeinde traf.
Durch die beschlossenen Steuererhöhungen könne das Defizit in Höhe von 4 Millionen Euro auf 3,77 Millionen Euro reduziert werden. Doch 2023 und in den Folgejahren werde es aller Voraussicht nach nicht gelingen, das Haushaltsdefizit wie bisher aus der Überschussrücklage auszugleichen. Die Gemeinde müsse daher versuchen, die Einnahmen zu erhöhen und Aufwendungen zu reduzieren. Ein Haushaltssicherungskonzept, das bei dieser Finanzlage eigentlich vorgeschrieben wäre, wird die Gemeinde vorerst nicht erstellen. Genutzt wird die gesetzliche Möglichkeit, bis 2024 zur Bewältigung der Folgen des Ukraine-Krieges auf das Haushaltssicherungskonzept zu verzichten.
Hallenbad öffnet im Februar
Wenn das Mölenland-Bad in Bunde Mitte Februar wieder öffnet, werden Badegäste tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Eintrittspreis für Erwachsene wird von bisher 2,50 Euro auf 4 Euro angehoben. Kinder bis 18 Jahre müssen statt bisher 1,50 Euro einen Euro mehr bezahlen. Das hat der Rat der Gemeinde in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen.
Seit der Wiedereröffnung des Hallenbades 2006 sind die Eintrittspreise stabil geblieben. „Wir sind dazu gezwungen, die Eintrittspreise anzupassen“, sagt Bürgermeister Uwe Sap. Durch die enorm gestiegenen Energiekosten würde das Defizit ansonsten zu stark ansteigen. Grundsätzlich sei ein wirtschaftlicher Betrieb kommunaler Schwimmbäder nicht möglich. Den jährlichen Zuschussbedarf fürs Hallenbad bezifferte Sap auf 300.000 Euro. Nur durch die Eintrittspreise könnten Defizite geringer gehalten werden. Dieses Instrument nutzen auch die Bäder in den Nachbarkommunen, um die Kosten im Rahmen zu halten. Im Plytje in Leer zahlen Erwachsene beispielsweise 5 Euro. Für Kinder bis 18 Jahre kostet das Ticket 2,50 Euro. Dieser Preis gilt auch im Friesenbad in Weener. Erwachsene müssen für die Einzelkarte dort 4 Euro zahlen.