E-Mobilität in der Region  Große Lücken im Ladenetz im Emsland

Hermann-J. Mammes
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Von Hermann-J. Mammes
| 19.01.2023 18:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Stadt Meppen gibt es bereits zahlreiche öffentliche E-Landestandorte. Foto: Mammes
In der Stadt Meppen gibt es bereits zahlreiche öffentliche E-Landestandorte. Foto: Mammes
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144 öffentliche Ladestationen für E- und Hybridautos gibt es im Emsland. Doch in einigen Teilen des Kreises kann es zu Problemen kommen.

Emsland - Fahrer von E-Autos kennen das mulmige Gefühl nur zu gut: Sie sind im Emsland unterwegs, und ihre Batterie ist fast leer. Jetzt heißt es, schnell eine öffentliche E-Lade-Station zu finden. Aber das ist im Emsland leider vielerorts ein Problem. Blicken wir auf die Fakten: Ende des Jahres 2022 hat das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur für den Landkreis Emsland 144 öffentliche Ladestationen für E- und Hybrid-Fahrzeuge ausgewiesen.

Dabei unterscheidet man je nach Leistung auch zwischen Normalladeeinrichtung und Schnellladeeinrichtung. Nach Angaben des Landkreises Emsland gibt es 92 Normalladestationen mit insgesamt 184 Lademöglichkeiten (meistens 22 kW) sowie 52 Schnellladestationen mit 78 Lademöglichkeiten (zwischen 50 kW und 300 kW). Viele E-Ladesäulen in Papenburg, Meppen, Lingen und Haren: Es wird deutlich, dass es in bestimmten Städten wie Lingen, Meppen, Papenburg und Haren bereits etliche öffentliche Elektro-Ladesäulen mit unterschiedlichen Ladeleistungen gibt. Auf der anderen Seite aber bestimmen im Landkreis Emsland vielerorts noch großflächig weiße Flecken das Bild.

Kaum Stationen im westlichen Emsland

Gerade das westliche Emsland von Surwold über Herzlake bis Schapen weist zahlreiche Orte auf, in denen es überhaupt keine öffentlichen Lademöglichkeiten gibt. Und selbst die Versorgung entlang der Hauptverkehrsadern im Emsland ist sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite gibt es an der Emsland-Autobahn A 31 sogar Elektro-Schnellladepunkte mit bis zu 300 kW Leistung, zum Beispiel in Emsbüren und Haren.

An den Stellen können ganz bestimmte E-Fahrzeuge wie von Automobilhersteller Porsche in nur wenigen Minuten wieder komplett geladen werden. Insgesamt können E-Mobilisten an der Emsland-Autobahn A 31 an insgesamt fünf Stationen im Emsland laden. Trotzdem sollte der Fahrer seinen Batteriestand gerade im nördlichen Emsland stets im Blick behalten. Denn zwischen den Ladestationen an der A 31 in Haren-Wesuwe und Rhede liegen rund 40 Kilometer. Hier muss der Fahrer die Autobahn schon verlassen und große Umwege in Kauf nehmen, um sein Elektromobil aufzuladen.

Vorsichtig in Richtung Lastrup

Wer dann an der Abfahrt Dörpen (Heede) in Richtung Oldenburg abbiegt, sollte ebenfalls frühzeitig sein E-Auto aufladen. Denn zwischen Heede und Sedelsberg gibt es auf einer Länge von ebenfalls rund 40 Kilometern keine einzige Ladesäule. Aber auch an der viel befahrenen Bundesstraße B70 zwischen Lingen und Meppen findet sich keine Möglichkeit, seinen Batteriestand zu erhöhen. Große Löcher im Ladenetz tun sich zudem entlang der B213 (E233) von Haselünne bis Löningen beziehungsweise der B402 von Haselünne nach Fürstenau auf.

Noch gravierender ist die Ladesituation von Haselünne in Richtung Niederlande. An der Europastraße 233 gibt es zwischen Lastrup (Landkreis Cloppenburg) und Schöninghsdorf (Twist) auf einer Länge von rund 60 Kilometern keine einzige E-Ladesäule.

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