Rauschgifthandel in Bösel Jugendgericht verurteilt 16-jährigen Dealer
Der Jugendliche hatte mit dem Verkauf von Rauschgift seinen eigenen Drogenkonsum finanziert. Jetzt musste er sich deshalb vor Gericht verantworten. Es wurden einschneidende Konsequenzen gezogen.
Bösel/Cloppenburg - Im Alter von elf Jahren trank er nach eigenen Angaben das erste Mal Alkohol, im Alter von 14 Jahren konsumierte er Drogen, mit 16 Jahren verkaufte er Rauschgift an andere weiter: Das Jugendgericht am Amtsgericht Cloppenburg sprach am Donnerstag einen 16-jährigen Jugendlichen aus Bösel wegen gewerbsmäßigen Handels mit Rauschgift in 15 Fällen schuldig. Das Gericht verurteilte den Jugendlichen zur Teilnahme an einer Suchtberatung sowie zum Nachweis seiner künftigen Drogenabstinenz.
Außerdem darf der junge Angeklagte seine Freunde nicht mehr sehen. Die sollen nämlich den Feststellungen zufolge einen schlechten Einfluss auf den 16-Jährigen haben. Der Böseler hat bereits Konsequenzen gezogen und seinen Heimtort verlassen. Die vergangenen Jahre sollen für ihn nicht einfach gewesen sein. Mit dem Verkauf von Drogen finanzierte er unter anderem seine eigene Drogensucht.
Verräterische Zahlen in Handy-Chats
Der Polizei war der Angeklagte bereits bekannt. Es kam dann zu einer Durchsuchung: Das Handy des 16-Jährigen wurde beschlagnahmt und ausgelesen. Eigentlich war der Böseler dafür bekannt, jeweils nur geringe Mengen Rauschgift zu verkaufen. Nun fanden die Ermittler auf dem Handy des 16-Jährigen aber plötzlich Zahlen, die auf einen groß angelegten Drogenein- und verkauf hindeuteten. Zahlen wie „550“ und „700“: War damit jeweils Mengenangaben für Rauschgift gemeint?
Die ursprüngliche Anklage ging davon aus. Deswegen war der 16-Jährige auch wegen Handeltreibens mit Rauschgift in nicht geringer Menge angeklagt. Die „nicht geringe Menge“ bezog sich auf den möglichen Wirkstoffgehalt der Drogen. Das Handeltreiben mit Rauschgift in nicht geringer Menge ist ein Verbrechens-Tatbestand. Doch die Ermittlungsbehörden konnten nicht feststellen, dass die Zahlen auf dem Handy des 16-Jährigen tatsächlich Mengenangaben für Rauschgift waren.