Bauprojekt in Weener  Niederländer will Memmingaburg in Weener sanieren

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 19.01.2023 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Groninger Unternehmen hat am Mittwoch einen Bauzaun rund um die Memmingaburg aufgestellt. Foto: Gettkowski
Das Groninger Unternehmen hat am Mittwoch einen Bauzaun rund um die Memmingaburg aufgestellt. Foto: Gettkowski
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Weener ist bei niederländischen Investoren beliebt. Ende Dezember hat Joep Verhoeven die Memmingaburg gekauft. Es ist nicht das erste historische Gebäude in Weener, das der Groninger saniert hat.

Weener - Der Niederländer Joep Verhoeven hat ein Auge auf die Stadt Weener geworfen. Die Immobilienfirma „Verhoeven Vastgoed“ besitzt bereits mehrere, teils denkmalgeschützte Häuser, unter anderem in der Norderstraße und am Alten Hafen. Und jetzt ist eine weitere hinzugekommen: Ende Dezember hat der Immobilieninvestor aus Groningen die Memmingaburg an der Westerstraße gekauft. Er will das historische Gebäude umfassend sanieren.

Was und warum

Darum geht es: Der niederländische Immobilieninvestor Joep Verhoeven hat die Memmingaburg in Weener gekauft.

Vor allem interessant für: alle, die sich für die Stadtentwicklung in Weener und den Immobilienmarkt interessieren

Deshalb berichten wir: Viele Rheiderländer haben Erinnerungen an das denkmalgeschützte Gebäude. Dort war bis 2021die Kultkneipe „Klöntje“ beheimatet.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

In Weener ist es nicht sein erstes Projekt. „Aktuell besitze ich mehrere Immobilien in Weener, darunter mehrere in der Norderstraße, am Hafen und in der Graf Edzardstraße und nun auch in der Westerstraße“, berichtet der Niederländer. „Ich kaufe alte, überwiegend denkmalgeschützte Gebäude und renoviere sie mit einem festen Firmenteam zu hochwertigen Wohnungen zur Teilzeit- und Dauermiete.“ Die Memmingaburg hat er nach eigenen Angaben schon seit einiger Zeit im Auge. „Die Immobilie hat großes Potenzial. Nach der Kernsanierung wird dem alten Gebäude neues Leben eingehaucht.“ Die künftigen Nutzungsmöglichkeiten lotet Verhoeven derzeit im Gespräch mit seinem Architekten, der Stadt Weener, dem Landkreis und der Baubecon aus. „Im Moment lasse ich mir alle Optionen offen.“ Ziel sei es, im Frühjahr mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen.

Historisches Gebäude mit Potenzial

Dabei gab es zunächst andere Pläne für die Memmingaburg. Viele Rheiderländer haben schöne Erinnerungen an das denkmalgeschützte Gebäude. Dort war bis Weihnachten 2021 die Kultkneipe „Klöntje“ beheimatet. Ali Akman hat das Gebäude Anfang vergangenen Jahres gepachtet, um dort ein Café und eine Lounge-Bar einzurichten. Eigentümer war Christian Conring aus Ahrensburg, der die Memmingaburg von seiner Familie übernommen hatte. Er hatte mehrere Jahre lang vergeblich versucht, das Gebäude mit Hilfe von Zuschüssen aus der Städtebauförderung zu sanieren. Das Projekt scheiterte nach seinen Worten an den hohen denkmalschutzrechtlichen Vorgaben. Und auch Ali Akman konnte seine Vorstellungen dort schließlich nicht verwirklichen. Er ließ den Pachtvertrag auflösen, nicht zuletzt wegen der hohen Sanierungskosten.

Mit den vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung des historischen Gebäudes wurde am Mittwoch bereits begonnen. Foto: Gettkowski
Mit den vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung des historischen Gebäudes wurde am Mittwoch bereits begonnen. Foto: Gettkowski

Von denen lässt sich Joep Verhoeven nicht abschrecken. „Wir haben Bock auf das historische Gebäude“, sagt der 32-Jährige. Mit seinem Interesse an Immobilien in Weener steht der Niederländer nicht alleine da. Seine Landsleute Pieter Spakman, Api Wouters und Jan van Emden haben bereits vor mehr als zehn Jahren Häuser in Weener erworben. Johannes Voorma und sein Compagnon Wouter de Bruin haben in den zurückliegenden 15 Jahren mehr als 30 zum Teil lange leerstehende Gebäude gekauft, saniert und dort Wohnungen eingerichtet. Wie die Memmingaburg befindet sich auch ihr nächstes Großprojekt in der Westerstraße. Sie werden die Häuser 41c bis 49 abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Zwölf Appartements mit Größen zwischen 70 bis 80 Quadratmetern mit Balkon oder kleinem Garten sollen dort entstehen. Im Obergeschoss sind zwei Penthouse-Wohnungen mit Dachterrasse geplant.

Weeners Bürgermeister Heiko Abbas begrüßt die Sanierungspläne. „Wenn dem historischen und auch stadtbildprägenden Gebäude der Memmingaburg nun neues Leben eingehaucht wird, ist das eine gute Nachricht für die Stadt Weener – gerade an so zentraler Stelle.“ Durch die zentrale Lage könnten in seinen Augen gastronomische Angebote oder auch eine Kneipe sicherlich eine gute Option sein.

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