Einsatz in Ihrenerfeld  Feuerwehren sind sauer über böswillige Fehlalarme

| | 17.01.2023 12:17 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch die Feuerwehr Flachsmeer rückte am Sonntag nach Ihrenerfeld aus. Vor Ort stellte sich heraus, dass es ein Fehlalarm war. Archivbild: Ammermann
Auch die Feuerwehr Flachsmeer rückte am Sonntag nach Ihrenerfeld aus. Vor Ort stellte sich heraus, dass es ein Fehlalarm war. Archivbild: Ammermann
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Ein Unbekannter hatte einen Gebäudebrand mit Person in Gefahr gemeldet. Die Rettungskräfte rückten aus, es war aber ein Fehlalarm. Jetzt ermittelt die Polizei – es war bereits der zweite Vorfall.

Westoverledingen - Für Unverständnis und Kopfschütteln bei vielen Einsatzkräften der Westoverledinger Feuerwehren hat ein böswilliger Fehlalarm gesorgt. Wie berichtet, hatte ein Unbekannter am Sonntag den Notruf missbraucht. Die Person hatte einem Mitarbeiter der polizeilichen Leitstelle in Wittmund gegen 18.20 Uhr mitgeteilt, dass in einer Wohnsiedlung in Ihrenerfeld ein Gebäude brennt und dass sich darin noch eine Person aufhalten soll. Die Feuerwehren aus Flachsmeer und Ihren rückten mit vier Fahrzeugen und rund 30 Kräften aus. Zudem waren die Polizei und zwei DRK-Rettungsfahrzeuge rausgefahren. Vor Ort stellte sich schnell heraus: Es war ein Fehlalarm.

Viele der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmänner, die nach dem Eingang des Alarms an dem Abend alles haben stehen und liegen gelassen, um Menschen in Not helfen zu wollen, sind sauer. Nach Angaben von Markus Bruns, Gemeindefeuerwehrpressesprecher der Freiwilligen Feuerwehren Westoverledingen, haben sich viele Einsatzkräfte gefragt, wer so etwas mache. Das sei kein Spaß mehr, so die freiwilligen Helfer.

Erster Vorfall bereits am 28. Dezember

Das sieht auch die Polizei so. Nach Angaben einer Polizeisprecherin haben die Beamten die Ermittlungen aufgenommen - und zwar in zwei Fällen von Notruf-Missbrauchs. Denn es gab bereits am 28. Dezember einen Fall in Westoverledingen. An dem Tag hatte ein Unbekannter ein Gasleck gemeldet. Nach Auskunft von Markus Bruns war seinerzeit die Feuerwehr Folmhusen mit zwei Fahrzeugen und rund 15 Mann ausgerückt. Auch hier stellte sich vor Ort heraus, dass es sich um einen mutwilligen Fehlalarm gehandelt habe.

Dominik Janßen, Pressesprecher der Leeraner Kreisfeuerwehr, teilte mit, dass im Fall des vermeintlichen Wohngebäudebrandes am Sonntag in Steenfelde der Bewohner des „betroffenen“ Gebäudes über die Nachricht, dass sein Haus brennen soll, ziemlich verwundert war. Das bestätigte auch die Polizei: „Der betroffene Hausbewohner konnte glaubhaft versichern, dass er mit dem Vorfall nicht in Verbindung stehe“, führte die Polizeisprecherin aus. Die Beamtin machte deutlich, dass ein Notruf-Missbrauch kein Kavaliersdelikt sei, sondern es sich um eine Straftat handeln würde, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft werden kann. Ob die Polizei bereits Hinweise zu dem Unbekannten hat, dazu machte die Sprecherin keine Angaben. Nur so viel: „Wir haben Möglichkeiten, die Personen zu ermitteln“, so die Beamtin. Welche Möglichkeiten das sind, darauf wollte die Sprecherin nicht näher eingehen.

Die Polizeiinspektion Leer-Emden registriert eine deutliche Zunahme von Fehlalarmen. Laut der Sprecherin waren es 2020 lediglich fünf Fälle, im Jahr 2021 bereits elf und im vergangenen Jahr insgesamt 37. Nähere Angaben zu den Gründen des Anstiegs konnte die Polizei nicht machen.

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