Hamburg Gesundheitsgefahr Kamin: Wie Sie sich vor Feinstaub schützen
Es muss nicht nur der Großstadtverkehr sein, der uns einer gefährlichen Feinstaubbelastung aussetzt. Auch in den eigenen vier Wänden droht unter Umständen dieses gesundheitliche Risiko – und zwar durch das Heizen mit Holz. Sieben Tipps, was Sie dagegen tun können.
Es knistert, die Flammen tanzen, tauchen den Raum in orange-gelbes Licht, es ist mollig warm: Was gibt es Schöneres im Winter, als sich vor einen Kamin zu kuscheln? Dazu kommt noch der nicht zu verachtende Energiespareffekt. Doch Vorsicht, das Heizen mit Holz kann auch zu einer verschlechterten Luftqualität führen. Stichwort: Feinstaub.
Das Umweltbundesamt (UBA) hat berechnet, dass beim Verbrennen von Holz im Schnitt 2500-mal mehr Feinstaub entsteht als beim Gebrauch einer Gasheizung. Und nicht nur das: Daneben entstehen auch klimaschädliches Methan, Lachgas und Ruß. Doch es gibt einige Maßnahmen, die man ergreifen kann – und teilweise sogar muss – wenn man mit Kamin- oder Kachelöfen heizt.
Öfen, die älter als 15 Jahre alt sind, sind meist nicht mehr auf dem technisch aktuellen Stand und sollten ausgetauscht werden. Bis zum 31. Dezember 2024 müssen sogar alle Kaminöfen ausgetauscht, nachgerüstet oder stillgelegt werden, die vor März 2010 in Betrieb genommen wurden und die geltenden Abgaswerte nicht mehr einhalten. Grundlage hierfür ist die Bundesimmissionsschutz-Verordnung, die 2010 verabschiedet wurde.
Wer sich einen neuen Kamin anschafft, sollte auf einen hohen Nutzungsgrad achten. Laut UBA sollte die Energieeffizienz-Kennzahl bei etwa 120 Prozent liegen. Zeitgleich sollte man sich für ein Gerät entscheiden, das niedrige Staub- und Schadstoffemissionen aufweist.
Grundsätzlich gilt beim Befeuern von Kamin- oder Kachelöfen, dass nur trockenes Holz mit maximal 25 Prozent Restfeuchte verwendet wird. Die Holzscheite sollten daher im Vorfeld richtig und lange genug gelagert werden. Ja nach Holzart kann der Trocknungsvorgang ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. Am besten wird das Holz an einem sonnigen und luftigen Ort gelagert, an dem es zeitgleich vor Feuchtigkeit geschützt ist.
Wichtig ist zudem, nur unbehandeltes Holz zu verwenden. Nur solches ist gesetzlich zugelassen. Auch das Verbrennen von Papier, Pappe und brennbaren Abfällen ist verboten und kann empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen – bis 100.000 Euro.
Das UBA rät zudem dazu, sogenannte Staubabschneider in den Kamin einzubauen. Es handelt sich hierbei um einen Feinstaubfilter, durch den ebenfalls niedrigere Schadstoffemissionen erreicht werden.
Gerade beim Nachlegen von Holz können besonders viele Feinstaubpartikel in die Raumluft gelangen. Anja Daniels, Expertin für Innenraumhygiene und gesundheitsbezogene beim UBA, rät deshalb gegenüber des „Spiegels“, darauf zu achten, die Klappe des Ofens nur kurz zu öffnen. Zusätzlich sollte man regelmäßig Stoßlüften.
Wichtig ist es zudem, den Kamin- oder Kachelofen regelmäßig von einem Fachmann warten zu lassen. Auch beim Anschließen des Ofens ist zwingend ein Experte nötig.
Zwar spart das Heizen mit Holz Energiekosten ein und schafft eine angenehme Atmosphäre im Raum, jedoch rät das UBA dazu, den Kamin nur gelegentlich zu benutzen – insbesondere offene Kaminöfen. Selbst bei Beachtung aller Maßnahmen verursachen sie hohe, unkontrollierbare Emissionen.