Hamburg  Herzinfarkt bei Frauen: Bei diesen Symptomen gilt Vorsicht

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 13.01.2023 17:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Manchmal sind die Symptome doch ernster: Rücken- und Nackenschmerzen können erste Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Foto: imago images/Panthermedia
Manchmal sind die Symptome doch ernster: Rücken- und Nackenschmerzen können erste Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Foto: imago images/Panthermedia
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Ein Herzinfarkt zeigt sich bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise. Bei Frauen sind die Symptome unspezifischer, was es schwieriger macht, die Notlage festzustellen. Bei den folgenden Anzeichen gilt Vorsicht.

Kalter Schweiß, Abgeschlagenheit und Übelkeit: Wer diese Symptome bei sich feststellt, denkt sich vermutlich nicht viel dabei und schiebt es zunächst auf zu viel Stress im Alltag oder eine mögliche Magenverstimmung. Besonders Frauen sollten diese Anzeichen allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn bei ihnen können sie auch erste Hinweise auf einen Herzinfarkt sein.

Bei Männern ist das bekannteste Symptom ein plötzliches, starkes und länger anhaltendes Stechen in der Brust, das auch in andere Körperbereiche wie in die Arme, in den Rücken, in die Schulterregion oder in den Kiefer ziehen kann.

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Auch bei Frauen kann dieses Bruststechen auftreten, allerdings geschieht dies häufig in schwächerer Form als bei Männern. Deshalb dominieren bei Frauen andere Symptome wie ein Engegefühl in der Brust, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit mit Erbrechen, Abgeschlagenheit, Kiefer-, Nacken-, Hals- und Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit oder Atemnot und kalter Schweiß.

Weil diese Symptome aber auch bei anderen Beschwerden auftreten können, wird ein Herzinfarkt bei Frauen – gerade bei älteren – oft erst spät erkannt. Einer Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung zufolge dauert es bei Frauen über 65 Jahre am längsten, bis sie nach dem Auftreten der ersten Symptome in die Notaufnahme gelangen.

Durch ihren Hormonhaushalt haben Frauen vor ihren Wechseljahren zunächst ein geringeres Risiko für Herzkrankheiten als Männer. Herzkrankheiten können durch die Verengung der Blutgefäße entstehen – Östrogen schützt die Gefäße vor Ablagerungen.

Das spiegelt sich auch in der Zahl der Todesfälle durch Herzinfarkte wider. Dem Deutschen Herzbericht zufolge starben im Jahr 2020 26.444 Männer an Herzinfarkten, bei Frauen waren es 18.085 Todesfälle. Allerdings steigt das Risiko bei Frauen nach ihren Wechseljahren, weil sich dann der Hormonhaushalt verändert. Dann nähert sich die Erkrankungsrate der Frauen an die der Männer an.

Das Risiko für einen Herzinfarkt hängt aber auch von vielen anderen Faktoren ab. So sind Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel sowie erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte generell begünstigende Faktoren für einen Herzinfarkt.

Herz-Kreislauf-Krankheiten, wozu auch Herzinfarkte gehören, zählen dem Statistischen Bundesamt zufolge zu der häufigsten Todesursache in Deutschland. 2020 starben von insgesamt 985.500 Menschen rund ein Drittel an einer Erkrankung des Kreislaufsystems.

Ein Herzinfarkt entsteht dann, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr durchblutet wird. Meistens sind es die sogenannten Herzkranzgefäße – also die Blutgefäße, die sich unmittelbar am Herzen befinden – die durch Fett- oder Kalkablagerungen immer enger werden und irgendwann gar kein Blut mehr durchlassen.

Dieses Phänomen der Verkalkung betrifft aber auch andere Blutgefäße im Körper. Die sogenannte Arteriosklerose kann auch zu einem Schlaganfall führen, wenn sich die Durchblutungsstörung auf die Hirnregion auswirkt.

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