Fazit nach riesigem Hallen-Spektakel  Fast 15.000 Zuschauer kamen zum Aurich-Cup der Rekorde

| | 10.01.2023 17:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Da ist das Ding: Oberligist SV TiMoNo gewann den Aurich-Cup bei den Frauen. Foto: Doden/Emden
Da ist das Ding: Oberligist SV TiMoNo gewann den Aurich-Cup bei den Frauen. Foto: Doden/Emden
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Organisationschef Stefan Wilts zog ein Turnier-Fazit, nannte Zahlen zu den Finanzen und warf einen Blick ins nächste Jahr. Soll es zum 30. Turnier noch größer werden?

Aurich - In einem Schnellrestaurant endete für einige Helfer der SpVg Aurich in der Nacht zu Montag der längste Aurich-Cup aller Zeiten. Um 0.30 Uhr waren Fußballfeld, Banden und Werbebanner abgebaut, die Sparkassen-Arena aufgeräumt. „Da nur noch eine Fast-Food-Kette geöffnet hatte, sind wir dort dann zum Abschluss eingekehrt“, verriet SpVg-Geschäftsführer und Organisationschef Stefan Wilts. Um 1.30 Uhr ging es dann nach Hause ins Bett – für manche klingelte am Montag-Morgen schon um 6 Uhr wieder der Wecker. Der Berufsalltag rief wieder, der 29. Aurich-Cup war Geschichte. Die allerletzten Arbeiten wurden am Dienstagnachmittag verrichtet, als der Kunstrasen und weiteres Material in eine Lagerhalle nach Sandhorst gefahren wurde.

Rekorde

Der erste Aurich-Cup nach zweijähriger Corona-Pause war der längste und größte in der mehr als 30-jährigen Turnierhistorie. 356 Teams bedeuteten ebenso einen Rekord wie die zehn Spieltage. Die dritte Bestmarke verzeichnete die SpVg Aurich auf den Tribünen. „Wir hatten fast 15.000 Zuschauer“, sagt Stefan Wilts. 14.400 war die genaue Zahl, die Aurich bekanntgab. Bisheriger Bestwert waren mehr als 11.000 Zuschauer 2020.

Der Aurich-Cup ist jedes Jahr ein Zuschauer-Magnet. Foto: Doden/Emden
Der Aurich-Cup ist jedes Jahr ein Zuschauer-Magnet. Foto: Doden/Emden

„Wir hatten diesmal zwar zwei Turniertage mehr. Aber auch ohne diesen Fakt wäre es ein Zuschauerrekord geworden.“ Am Finaltag sei auch über die gesamten 13 Stunden mehr los gewesen als vor der Corona-Pause.

Finanzen

Der Aurich-Cup ist im Jahresetat des Vereins ein wesentlicher Faktor. Auch diesmal habe die SpVg Aurich einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ als Gewinn erwirtschaftet. Dies ist nur möglich, weil fast alle Trainer, Betreuer und viele Eltern ehrenamtlich einen der vielen Helfer-Dienste übernehmen. Ob als Kassierer, Hallensprecher oder Los-Verkäufer. Viele der Helfer und Helferinnen nehmen sich Urlaubstage, um unterstützen zu können. Alle wissen: Alle müssen mit anpacken.

Auf der Ausgabenseite steht für die SpVg Aurich wenig überraschend die Hallenmiete als größter Faktor. Darüber hinaus gibt es Materialkosten von mehr als 4000 Euro. „Wir haben alleine 1000 Medaillen für fast 1600 Euro gekauft“, sagt Wilts. Auch die Verpflegung der Dutzenden Helfern an zehn Spieltagen ist nicht zu unterschätzen. „Da kommen auch mal 1400 Euro zusammen“, so Wilts. Die Catering-Summe für warmes Mittagessen und Frühstück ist nur deshalb so gering, weil mit Steffen Feyerabend ein Jugendtrainer gelernter Koch ist und jeden Tag in der großen Küche am Klubgelände zusammen mit seiner Frau für die SpVg-„Kompagnie“ kochte. Auch die vielen offiziellen Schiedsrichter erhielten die üblichen Aufwandsentschädigungen und Fahrtkosten.

Hunderte Pokale und mehr als 1000 Medaillen hatte die SpVg Aurich vorbereitet. Foto: Doden/Emden
Hunderte Pokale und mehr als 1000 Medaillen hatte die SpVg Aurich vorbereitet. Foto: Doden/Emden

Einnahmen generiert die SpVg vor allem über die Eintrittsgelder. Vier Euro zahlten Erwachsene tagsüber, fünf Euro an der Abendkasse. Jeweils 50 Cent pro Karte muss die SpVg an den Hallenbetreiber Marema abtreten, da dieser Wert als Verzehrgutschein auf jeder Karte abgedruckt war. Am Catering in der Halle verdient die SpVg nämlich kein Geld. So lassen sich auch die für Jugendturniere hohen Preise von 2,50 Euro für einen Kaffee und drei Euro für eine kleine Brezel erklären.

Zudem kassiert die SpVg Aurich pro Mannschaft 25 Euro Startgeld.

Ärgerliches

Den größten Aufreger gab es am Freitagabend, als es bei und nach einem Herren-Spiel der SG Egels-Popens drei Rote Karten für die SG (Torwart, Trainer, Betreuer) gab. Die SG hatte sich über einen Platzverweis und Neunmeter echauffiert, den Schiedsrichter daraufhin verbal attackiert. Der Betreuer soll diesen auch körperlich attackiert haben. Da auch Zuschauer aufgebracht waren, musste sogar der Sicherheitsdienst eingreifen. Ansonsten gab es hier und da Zeitstrafen, und ganz wenige Rote Karten.

Es gab nur wenige Rote Karten beim Aurich-Cup. Foto: Doden/Blomberg
Es gab nur wenige Rote Karten beim Aurich-Cup. Foto: Doden/Blomberg

Es gab auch zwei schwerere Verletzungen. Am Finaltag zog sich ein C-Jugend-Fußballer des VfB Oldenburg einen komplizierten Armbruch zu, er wurde noch am Sonntag im Auricher Krankenhaus operiert. Und ein Herrenkicker hatte sich in der Vorrunde das Sprunggelenk gebrochen.

Ausblick

Höher, schneller, weiter: Nach diesem Grundsatz wird die SpVg in knapp einem Jahr nicht verfahren. Aus zehn Turniertagen sollen wieder acht werden, aus fast 360 Mannschaften rund 300. Damit soll auch wieder der regionalere Charakter gestärkt werden, wenngleich auswärtige Teams weiterhin gern gesehen sind. Dass der Aurich-Cup diesmal über zehn Tage andauerte, hatte wirtschaftliche Gründe, wie Stefan Wilts verriet.

Aurich mietet die Halle fast ein Jahr im voraus. „Wir wussten vergangenen Winter ja nicht, wie die Corona-Lage ein Jahr später ist und mieteten deshalb für zehn Tage die Halle, um die Spielpläne entzerren zu können. Als feststand, dass es keine Einschränkungen gibt, haben wir noch weitere Mannschaften zugelassen, um die Halle auch auszulasten. Das war der Hintergrund.“

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