Vertragsunterzeichnung geplant Deterner Bürger kaufen sich ein Windrad
Die Genossenschaft steht kurz vor dem Erwerb einer Enercon-Anlage. Doch das muss nicht das Ende sein: In Zukunft könnten die Deterner Bürger in weitere erneuerbare Energiequellen investieren.
Detern - In einer Woche ist es soweit: Die Bürger-Energiegenossenschaft Detern steht kurz vor dem Kauf einer Windkraftanlage. „Am Montag nickt der Aufsichtsrat alle Veträge ab, am Dienstag unterzeichnen wir dann die Veträge“, so Vorstandsmitglied Heiko Luikenga. Den genauen Kaufpreis möchte er nicht verraten, nur so viel: Es seien etwa fünf Millionen Euro, die für die Anlage bezahlt werden. „Davon sind 20 Prozent Eigenkapital“, erklärt Luikenga. Der Rest werde über Kredite finanziert.
Was und warum
Darum geht es: Eine Bürgergenossenschaft in Detern investiert in Erneuerbare Energien.
Vor allem interessant für: Menschen, die sich für nachhaltige Energieproduktion und Finanzinvestments interessieren.
Deshalb berichten wir: Die Genossenschaft steht vor dem Kauf einer Windkraftanlage. Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de
Die Anlage in Detern, die bald den Eigentümer wechseln soll, ist bereits seit dem Jahr 2017 in Betrieb. Geplant ist, dass mit ihr noch in den kommenden 20 Jahren Strom produziert werden kann. Bei der Anlage handelt es sich um ein Windrad des Auricher Unternehmens Enercon mit einer Nennleistung von 4,2 Megawatt. Aus den Erlösen werden bereits Rücklagen für einen künftigen Rückbau gebildet, erklärt Luikenga.
Warteliste für neue Investoren eingerichtet
Insgesamt beteiligen sich an der Genossenschaft 270 Einwohnerinnen und Einwohner von Detern. Unter den Investoren sind nach Angaben des Vorstands von Kindern bis hin zu 85-jährigen Senioren alle Altersgruppen vertreten. Sie alle konnten sich mit Beträgen zwischen 500 und 6000 Euro beteiligen. Bereits im November teilte die Genossenschaft mit, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit dem Wunsch an sie herangetreten waren, sich mit mehr Kapital beteiligen zu können als ursprünglich vorgesehen. Diesem Wunsch sei man nachgekommen. Ursprünglich sollten pro Einwohner höchstens vier Anteile zu je 500 Euro, insgesamt also 2000 Euro, vergeben werden.
Im Dezember hat die Genossenschaft dann das benötigte Eigenkapital aus den Anteilen überschritten. Eine weitere Beteiligung ist derzeit deshalb nicht mehr möglich. „Wir haben bereits eine Warteliste“, erklärt Luikenga. Wenn ein Mitglied versterbe oder in eine andere Gemeinde ziehe, könnten dessen Anteile so ersetzt werden.
Perspektivisch sei auch eine breitere Aufstellung der Genossenschaft vorstellbar. „Die Weichen für die Zukunft sind schon gestellt“, verrät Luikenga. So sei etwa ein Investment in andere erneuerbare Energiequellen möglich. Als Beispiel nennt Luikenga Freiflächen für Solarenergie. „Das müssen die Aufsichtsräte und die Genossen entscheiden“, sagt er.