Zahlen und Fakten  Der Wolf in Ostfriesland

| | 07.01.2023 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Ostfriesland gibt es ein nachgewiesenes Wolfsrudel, im Emsland sind zwei nachgewiesen. Symbolfoto: DPA
In Ostfriesland gibt es ein nachgewiesenes Wolfsrudel, im Emsland sind zwei nachgewiesen. Symbolfoto: DPA
Artikel teilen:

Die jüngsten Nutztierrisse in Ostfriesland haben den Blick wieder auf den Wolf gelenkt. Im Landkreis Wittmund gibt es ein Rudel. Was ist sonst über die Tiere in der Region bekannt?

Ostfriesland - Mehrere Sichtungen von mutmaßlichen Wölfen gab es in den vergangenen Tagen im Landkreis Aurich. Dieser Zeitung liegen Aufnahmen aus der Krummhörn vor, im Internet kursieren zudem Aufnahmen, die angeblich aus Eversmeer stammen sollen.

Mehrere Tage vor Weihnachten wurde außerdem ein Wolf gefilmt, der auf der vereisten Harle zwischen Carolinensiel und Harlesiel ins Eis eingebrochen war. Das Ministerium bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass es seit dem 19. Dezember insgesamt sieben Sichtungen mutmaßlicher Wölfe in Ostfriesland gegeben hat. Ob es sich dabei tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat und ob es sich um ein oder mehrere Tiere handelt, muss allerdings noch abschließend bestätigt werden.

Ein Überblick über die Wolfsrisse 2022 in Ostfriesland

Für das nunmehr fast vergangene Jahr 2022 verzeichnet das Niedersächsische Umweltministerium fast 370 Nutztierrisse im Landesgebiet. Schaut man sich nur die Zahlen für Ostfriesland und angrenzende Landkreise an, ergibt sich folgendes Bild:

Im Landkreis Aurich gab es in diesem Jahr sieben Nutztierrisse. Bei zwei Fällen (Südarle, 6. September; Großefehn, 12. November) sind die Risse nicht auf einen Wolf zurückführbar oder ein Wolf war nicht nachweisbar. Bei diesen beiden Fällen wurden Rinder gerissen, in den anderen Fällen Schafe. Insgesamt 33 Schafe zählt das Ministerium als getötet bei den Rissen in Grimersum (22. Dezember), Upgant-Schott (8. März), Brockzetel (20. März), Blaukirchen und Schirumer Leegmoor (beide 24. Dezember).

Bei 13 Rissen im Landkreis Leer war in sechs Fällen der „Wolf nicht nachweisbar“, in zwei Fällen (Terborg, 17. Oktober; Detern, 3. November) war es nachweislich kein Wolf. Bei einem am 2. Dezember in Hollriede gerissenen Rind ist der Nachweis, ob es sich um einen Wolf handelte oder nicht, noch „in Bearbeitung“. Bei fünf weiteren Fällen aus dem März und dem April ist der Wolf nachgewiesen. Insgesamt fünf Schafe starben hier in Moormerland, Westoverledingen und der Stadt Leer.

Vor allem Rinder wurden im Landkreis Wittmund in diesem Jahr von Wölfen gerissen. Im Bereich Friedeburg befindet sich das einzige nachweislich sesshafte Wolfsrudel auf der ostfriesischen Halbinsel. Von den insgesamt beim Ministerium verzeichneten zwölf Nutztierrissen sind neun einem Wolf zuzurechnen, in einem Fall ist es nicht nachweisbar, die restlichen Fälle waren eindeutig kein Wolf. Insgesamt zehn Rinder wurden demnach vor allem im Friedeburg von einem Wolf getötet.

In der Stadt Emden gibt es in diesem Jahr nur einen Fall: Zwei Ziegen am 23. Dezember.

Wolfsrisse in den benachbarten Landkreisen

Im Landkreis Ammerland gibt es für dieses Jahr vier gemeldete Vorfälle, alle im Bereich Wiefelstede. Eindeutig dem Wolf zuzuordnen war allerdings nur ein Fall, bei dem zwei Schafe gerissen wurden.

Von 23 gemeldeten Rissvorfällen im Landkreis Emsland sind 21 nachweislich dem Wolf zuzurechnen. Ein Fall ist nicht nachweisbar. Im Emsland sind zwei Rudel nachgewiesen, ein weiteres wird vermutet.

Im Landkreis Friesland sind bislang fünf Wolfsrisse nachgewiesen.

Von allen oben beschriebenen Fällen ist der genaue Wolf nur in etwas weniger als 28 Fällen nachweisbar.

Ähnliche Artikel