Hilfe für Straßenkinder Einsatz für Kinder in Afrika – auch mit Hilfe von Wilke Zierden
Die Ostfriesin Herta Everwien hat im afrikanischen Ghana ein Kinderhaus mit Spenden bauen können. Dort werden 60 Jungen und Mädchen ein Zuhause finden.
Nendorp/Rhauderfehn - Alles begann mit einem Urlaub in Ghana. 1993 reiste die Ostfriesin und Gewerkschafterin Herta Everwien nach Cape Coast, einer Stadt mit rund 170.000 Einwohnern am Golf von Guinea. Everwien genoss nicht nur die Schönheit der Landschaft und die Gastfreundschaft in Ghana, sondern sie fasste damals auch den Entschluss, den zahlreichen Straßenkindern ein Zuhause zu geben. Ihre Idee: ein Waisenhaus für die Kinder zu bauen.
Nach und nach konnte durch Spenden aus ganz Deutschland, besonders aus Ostfriesland, ein Grundstück gekauft und damit begonnen werden, das Kinderhaus zu bauen. Richtig Fahrt nahm die Spendenbereitschaft auf, als die Influencer Wilke Zierden und Udo Tesch aus Steenfelde über die sozialen Medien auf das Projekt aufmerksam machten. Auch das Energie-Unternehmen „ProEngeno“ aus Nendorp beteiligte sich an der Hilfsaktion. „Wir haben nicht lange überlegt. Herta Everwien hatte bereits eine Menge Kraft und Engagement in das Projekt gesteckt“, so der ehemalige ProEngeno-Geschäftsführer Martin Refle. Everwien und Refle kennen sich über ihre Arbeit bei der Gewerkschaft IG Metall.
Die ersten Kinder ziehen ein
Im September 2016 wurde dann in den Geschäftsräumen des Rheiderländer Unternehmens der Verein „Villa 4 Kids“ gegründet. Zum Vorsitzenden wählten die Gründungsmitglieder Martin Refle aus Nendorp und Sven Grammel aus Emden.
Inzwischen ist viel geschehen. In wenigen Wochen können nun die ersten 60 Kinder in das Haus einziehen. „Wir sind stolz darauf, was wir mit Hilfe von Spendengeldern und eigenem ehrenamtlichen Engagement geschafft haben“, so das Fazit von Everwien und Refle auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Anfang Dezember in Nendorp. Es gebe aber immer noch viel zu tun. Das Obergeschoss des Hauses, in dem weitere 60 Kinder ein Zuhause finden sollen, müsse noch ausgebaut werden. Doch dabei solle es nicht bleiben. Geplant sei ebenfalls, das Nebengebäude vom Kinderhaus zu kaufen, um dort eine Schule zu bauen und so den Straßenkindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Außerdem solle ein Fahrzeug angeschafft werden, mit dem unter anderem Lebensmittel für die Kinder und das Personal des Kinderhauses herangeschafft werden könne. „Wir sind schon sehr weit gekommen, aber noch lange nicht am Ende unseres Engagements“, meint Martin Refle.
Es sei nicht selbstverständlich gewesen, immer wieder die Schwierigkeiten vor Ort zu meistern. „Aber die Lebens- und Denkweise und die Toleranz gegenüber fremder Kultur lässt uns alle immer wieder an den Aufgaben wachsen“, so Refle. Jeder Spendeneuro gehe direkt in das Projekt vor Ort. Wer mithelfen wolle, den Straßenkindern in Ghana ein Zuhause und eine schulische Ausbildung zu ermöglichen, der könne durch eine Spende oder Patenschaft Vereinsmitglied werden.