Kolumne „Digital total“ Meinungen werden subtil geformt
Gleich zu Beginn des neuen Jahres hat unser Kolumnist dunkle Visionen: Es geht um die Twitter Files.
Auch nach gehörigem Grübeln muss ich zu dem Entschluss kommen, dass die Enthüllungen der Twitter Files für mich, auch im Nachhinein, das Jahr dominiert haben. Ähnlich wie die Snowden-Enthüllungen haben sie einen weitreichenden Einfluss darauf, wie wir die digitale Welt um uns herum wahrnehmen.
Die tiefere Bedeutung der Twitter Files
Durch die durch Elon Musk enthüllten, und von Journalisten aufbereiteten, Daten sehen wir nun deutlich, wie der amerikanische Staat – sein Militär, seine Geheimdienste und die Regierungen Trump und Biden – unsere digitale Realität manipulieren. Durch alle Krisen der vergangenen Jahre hinweg haben diese Regierungsorgane gezielt auf sozialen Internet-Netzwerken verbreitete Meinungen von Bürgern katalogisiert, unterdrückt und gelöscht. Sowohl von Politikern und Journalisten aus dem jeweils anderen Lager der rot-blauen Partisanenlinien, als auch von renommierten Medizinern und Biologen, die nicht mit der Linie der Regierung zur Pandemie übereinstimmten. Oder von Politikwissenschaftlern, die eine zu unangenehme Meinung zur Kriegsführung in der Ukraine an den Tag legen.
Für unsere Demokratie äußerst gefährlich
Durch diese Berichte haben wir erkannt, dass viele Meinungen in sozialen Netzen eben nicht so authentisch sind, wie viele von uns das lange dachten. Meinungen werden subtil geformt, punktuell versteckt oder komplett unterdrückt. Nicht nach wissenschaftlichen oder journalistischen Gesichtspunkten, sondern allein basierend auf der Frage, ob sie dem vorherrschenden Dogma der US-Regierung zu sehr widersprechen. Im Jahr 2022 haben wir gelernt, dass Meinungsfreiheit im Internet in Wahrheit eben auch davon abhängt, ob man die richtige Meinung hat – eine Tatsache, die für unsere Demokratie sehr gefährlich werden kann.
Kontakt: kolumne@zgo.de
Ist das Kunst oder kann das weg?
Typisch deutsch – warnen statt denken
Alles sagen, was man will