Aus fünf mach 30 Samtgemeinde Hesel will Ausbau der Windkraft
Bislang drehen sich auf dem Gebiet der Samtgemeinde nur fünf Windräder. Das könnte sich schon bald ändern. Mit neu ausgewiesenen Flächen könnten bis zu 30 Anlagen entstehen.
Samtgemeinde Hesel - Bislang stehen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Hesel lediglich fünf Windkraftanlagen. Dass es dabei nicht bleiben kann, ist aufgrund der Zielvorgaben der Niedersächsischen Landesregierung klar. Unklar ist dagegen noch, wo genau neue Standorte für Windkraft in Gemeindegebiet liegen könnten. Die Verwaltung hat deshalb nun das Verfahren für eine Änderung des Flächennutzungsplanes eingeleitet. Es sieht auf Grundlage einer Potenzialstudie insgesamt sechs Bereiche vor, in denen künftig die Errichtung von Windkraftanlagen möglich wäre. Zwei davon liegen zwischen Holtland und Nortmoor, zwei weitere rund um Hasselt, hinzu kommen zwei Flächen südlich von Firrel (darunter auch das Gebiet des bereits bestehenden Windparks). In all diesen Gebieten wäre dann insgesamt Platz für etwa 30 Anlagen.
Was und warum
Darum geht es: In Hesel sollen neue Windkraftanlagen entstehen können.
Vor allem interessant für: Menschen, die in der Nähe möglicher neuer Windparks leben.
Deshalb berichten wir: Die Samtgemeinde hat das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes gesartet. Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de
„Ziel des Teilflächennutzungsplanes Windenergie ist es weiterhin den vom Land Niedersachsen vorgegeben Beitragswert in Höhe von voraussichtlichen 2,5% der Samtgemeindefläche zu erfüllen“, heißt es in der Bekanntmachung der Samtgemeindeverwaltung. Wichtig ist: Für die Zielvorgaben zählt die Samtgemeinde Hesel als eine Kommune. Nicht jede einzelne Mitgliedsgemeinde muss separat die angestrebten Prozentwerte erreichen. „Sonst wäre es noch viel schwerer“, sagt Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann (SPD). Die Verhältnisse seien innerhalb der einzelnen Mitgliedsgemeinden sehr unterschiedlich.
In anderen Gemeinden gab es Streit
Themann zeigt sich zuversichtlich, dass die Pläne der Samtgemeinde allen derzeitigen gesetzlichen Auflagen gerecht werden. „Wir haben die möglichen Flächen genau untersucht“, sagt er. „Wir haben deshalb einen ziemlich guten Überblick und wissen, was uns möglicherweise an Bedenken erwarten könnte.“ So seien etwa naturschutzrechtliche Aspekte des Artenschutzes bereits in der Potenzialstudie genaustens unter die Lupe genommen worden. Ziel sei ein „transparentes, offenes und sicheres Verfahren“, das bis Ende 2023 abgeschlossen werden kann.
In der Vergangenheit hatte es in ostfriesischen Gemeinden immer wieder Streit und politische Debatten um die richtigen Standorte für Windkraftanlagen gegeben. Themann hofft, dass ähnlich harter Widerstand wie in der Nachbargemeinde Uplengen ausbleibt. Dort hatten Windkraft-kritische Politiker bei der vergangenen Kommunalwahl starke Zuwächse erzielt und Bürger, die in der Nähe eines künftigen Windparks leben, brachten juristische Schritte gegen die Pläne ins Spiel. „Wir haben in der Samtgemeinde Hesel 11.000 Einwohner“, sagt der Bürgermeister. „Darunter sind auch sehr kritische.“ Doch vor allem die politische Lage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, habe die Notwendigkeit eines Ausbaus der Erneuerbaren Energien deutlich gemacht. „Das hat zu einer Bewusstseinsänderung geführt“, zeigt sich Themann überzeugt.
Keine Verspargelung der Landschaft
Zudem gehe es der Verwaltung darum, mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes Wildwuchs zu verhindern. Durch eine Ausweisung von ausreichend Flächen, kann die Samtgemeinde selbst festlegen, wo genau Anlagen entstehen können. „Wir wollen das ganze konzentrieren“, so Themann. „So können wir einer Verspargelung der Landschaft Vorschub leisten.“
Das ab Februar geltende „Wind-an-Land-Gesetz“ der Bundesregierung sieht vor, dass bis Ende 2032 zwei Prozent der Bundesfläche für die Windenergie ausgewiesen werden müssen. Das Land Niedersachsen plant bereits jetzt darüber hinauszugehen. 2,2 Prozent der Landesfläche sollen bis zum 2026 für Windkraft ausgewiesen sein. „Wir machen es ein bisschen schneller“, sagte Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) zuletzt. Jeder Kommune sollten demnach klare Ausbauziele zugewiesen werden. Uwe Themann rechnet deshalb damit, dass Hesel als Flächengemeinde perspektivisch vermutlich mehr als 2,2 Prozent des Gemeindegebietes für Windkraft nutzen wird.