Senioren gegen Gemeinderat Streit um SOS-Schilder an Sitzbänken in Nortmoor
Der Seniorenbeirat geht erneut auf Konfrontationskurs mit dem Gemeinderat. Diesmal geht es nicht um Straßenbeleuchtung, sondern um kleine Schilder an Ruhebänken.
Nortmoor - Wenige Wochen nach der Debatte über Straßenbeleuchtung bahnt sich in Nortmoor ein neuer Streit zwischen Seniorenbeirat und Gemeinderat an. Der Gemeinderat habe in seiner jüngsten Sitzung „totalen Blödsinn“ beschlossen, sagt Wilfired Heikens, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Er ärgert sich über die Entscheidung, die an den Ruhebänken in Nortmoor angebrachten Notfallschilder von der Rückenlehne an die Füße der Bänke umzumontieren. In einem Brief an den Gemeinderat übt er scharfe Kritik an der Entscheidung.
Was und warum
Darum geht es: Zwischen Seniorenbeirat und Gemeinderat in Nortmoor gibt es wieder Streit. Es geht um Notfallschilder an Ruhebänken.
Vor allem interessant für: Seniorinnen und Senioren
Deshalb berichten wir: Der Seniorenbeirat hat in einem Brief den Gemeinderat scharf angegriffen. Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de
„Wenn jemand unterwegs gesundheitliche Probleme bekommt, kann er mit dem Mobiltelefon die Notrufnummer 112 wählen und die Banknummer angeben“, schreibt Heikens in dem Brief an den Gemeinderat, der der Redaktion vorliegt. Die Rettungsleitstelle könne aufgrund der Nummer den genauen Standort der Bank ermitteln und schicke den Rettungswagen direkt dorthin. „Das kann natürlich nur funktionieren, wenn der Patient das Notfallschild auch sieht und lesen kann, was nicht der Fall ist, wenn es unten am Fuß der Bank montiert ist“, so Heikens.
Bürgermeister weist Kritik zurück
Nortmoors Bürgermeister Udo Dänekas (CDU) kann diese Kritik überhaupt nicht nachvollziehen, wie er im Gespräch mit der Redaktion deutlich macht. „Die Schilder sind trotzdem gut sichtbar“, betont er. „Die Schilder sind wunderbar und wir finden sie toll.“ Die Entscheidung für die Versetzung sei aus ästhetischen Gründen an den Holzbänken erfolgt und zwar lediglich an den sechs Bänken, die in der Gemeinde neu angeschafft wurden. Aus der Bevölkerung sei laut Dänekas die Rückmeldung gekommen, die Schilder einheitlich am Fuß der Bänke zu montieren. Ratsmitglieder haben diesem Vorschlag lediglich zugestimmt. Einen festen Ratsbeschluss habe es aber nicht gegeben. Was Dänekas wundert: Bei der Sitzung sei ein Mitglied des Seniorenbeirates dabei gewesen, habe aber keine Einwände erkennen lassen.
Nach dem vergangenen Streit um die Straßenbeleuchtung vermutet Dänekas ein grundsätzliches Spannungsverhältnis zwischen Gemeinderat und Seniorenbeirat. Er wolle deshalb das Gespräch mit den Seniorenvertretern suchen. Deren Vorsitzender Wilfried Heikens macht gegenüber der Redaktion keinen Hehl daraus, dass er ein grundsätzliches Problem in der aktuellen Politik des Gemeinderates sieht. Seine These: „Wir haben den Eindruck, dass der Gemeinderat nicht viel für die ältere Generation übrig hat.“
Senioren wollen keine Querulanten sein
Zugleicht betont er, dass seine erneute öffentliche Kritik an Entscheidungen des Gemeinderates nichts mit politischen Eitelkeiten zu tun habe. „Alle Beiratsmitglieder legen Wert auf die Feststellung, dass dieses erneute Schreiben an den Gemeinderat Nortmoor keineswegs als Querulantentum aufzufassen ist“, heißt es in Heikens Brief an die Ratsmitglieder. „Politische Auseinandersetzungen gehören zu unserem demokratischen Grundverständnis.“ Auch gegenüber der Redaktion sagt Heikens: „Wir wollen nicht den Gemeinderat angreifen. Aber wir kritisieren seine Entscheidung. Das muss der Rat aushalten.“
Erst im November hatte Heikens den Rat dafür kritisiert, dass dieser beschloss, die Straßenlaternen bereits um 20 Uhr auszuschalten. Auch damals argumentierte der Vorsitzende des Seniorenbeirats mit Sicherheitsaspekten und suchte dafür den Weg einer öffentlichen Konfrontation. Die SOS-Schilder, um die sich die neuerliche Kritik von Heikens dreht, wurden im vergangenen Jahr auf Initiative des Seniorenbeirats angebracht. Damals wurden 187 Bänke in der Samtgemeinde Jümme bestückt. Die Anschaffung hatte rund 1000 Euro gekostet. Die Kosten übernahm die Samtgemeinde.