Kiew Wie uns die Wut auf Putins Krieg gegen die Ukraine vereint
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat uns alle verändert. Niemand blickt mehr ohne Wut nach Russland. Hat Putin dadurch nicht eigentlich schon verloren?
Tote Kinder, tote Frauen und tote Männer. Tote Ukrainer, tote Russen, tote Söldner. Der russische Angriff auf die Ukraine hat in diesem Jahr für unermessliches menschliches Leid gesorgt. Es wird 2023 nicht enden. Wahrscheinlich jahrelang nicht.
Zehn Monate lang dauert der brutale Krieg nun schon und ein Gefühl dominiert: Wut. Wie zynisch, wenn das russische Verteidigungsministerium sich nun damit rühmt, dass seine „Kalibr“-Mittelstreckenraketen „niemals ausgehen“. 120 Stück wurden alleine am Donnerstag in Richtung Ukraine gefeuert. Kein Wort zu Toten und Verletzten. Sie sind Kollateralschäden.
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Es macht wütend, wie Putin mit unserer Angst vor dem Atomkrieg spielt und wir panisch auf ihn hereinfallen. Seine Propaganda funktioniert auch im eigenen Land. Die große Mehrheit der Russen schweigt zum Krieg – sei es aus Furcht vor dem Regime oder weil sie den Angriff auf die Ukraine befürworten.
Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht Russland nun auf dem Weg zur Niederlage in der Ukraine – und zwar auf dem Schlachtfeld. Eine Sensation, unkten Experten kurz nach Kriegsbeginn doch ein schnelles Ende herbei. Die Wahrheit ist jedoch, dass Putin diesen Krieg bereits verloren hat – und zwar auf gesellschaftlicher Ebene. Niemand spricht heute mehr unbefangen über Russland. Die Wut eint den Westen.