Kolumne „Intern“ Journalisten-Preise für die Redaktion - aber wofür?
Feier Deine Erfolge, nach diesem Motto wollen auch wir handeln und berichten, wann immer uns einer zugesprochen wird, über Preise an die Redaktion. Manche Leute halten das für Selbstbeweihräucherung.
Vergangene Woche zwei „European Newspaper Awards“, diese Woche zwei vierte Plätze bei den „Journalisten des Jahres“, im Sommer der „Gutenberg-Recherchepreis“ für Daniel Noglik - dieses Jahr hat unserer Redaktion viel Ruhm und Ehre gebracht. Aber was bringen solche Preise? Beweihräuchert sich da eine Branche selber?
Nein, so ist es nicht. Wettbewerbe, also der Vergleich mit anderen Redaktionen, der Austausch von Ideen sind gute Möglichkeiten, um sich zu verbessern, sprich ein besseres Produkt für den Leser zu schaffen. Und natürlich motivieren Preise. Sie zeigen auch dem Leser: Diese Zeitung, die ich abonniert habe, kann so schlecht nicht sein, wenn sie solche Anerkennung bekommt.
Was natürlich stimmt, ist, dass man bei den Preisen genau hinschauen muss. Seit Unternehmen entdeckt haben, dass sie durch solche Bewerbe, sehr günstig PR bekommen, gibt es Hunderte neuer Journalistenpreise - solche wie den Journalistenpreis Bahnhof der Unternehmensgruppe Dr. Eckert GmbH oder den Comdirect Finanzblog Award, verliehen durch die namengebende Bank. Da ist Seriosität nicht immer gegeben.
Anders ist das bei Preisen, die es schon seit Jahrzehnten gibt, den Nannenpreis etwa oder den Wächterpreis der deutschen Tagespresse oder den Deutschen Lokaljournalistenpreis. Dort entscheiden handverlesene, bekannte Journalisten in größeren Jurys über die Gewinner. Preisgelder spielen nur eine untergeordnete Rolle (manche sind auch undotiert), es geht vor allem um Ruhm und Ehre. In der Fachwelt finden diese Preise meist große Beachtung.
Zu dieser Kategorie gehören die „Journalisten des Jahres“ oder der „European Newspaper Award“ oder der „Medienspiegel - Preis für transparenten Journalismus“, bei dem unsere Zeitung knapp scheiterte.
In unseren Kreisen höchstes Ansehen genießt der jährlich vergebene Deutsche Lokaljournalistenpreis. Wir werden uns auch 2023 wieder darum bewerben. Mal sehen!Ostfriesisches Recherche-Duo für Lokaljournalisten-„Oscar“ nominiert
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