Trotz Krise  Ehepaar übernimmt Bäckerei in Nortmoor

Tobias Rümmele
|
Von Tobias Rümmele
| 19.12.2022 13:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Café liegt direkt an der Ortsdurchfahrt. Fotos: Stromann/Archiv
Das Café liegt direkt an der Ortsdurchfahrt. Fotos: Stromann/Archiv
Artikel teilen:

Nachdem die Bäckerei Behmann ankündigte, sechs ihrer sieben Filialen zu schließen, gibt es nun gute Nachrichten: Für ein prominentes Café in Nortmoor ist ein Nachfolger gefunden worden.

Nortmoor - Nur wenige Wochen nachdem die Bäckerei Behmann bekannt gab, sechs ihrer sieben Filialen zu schließen, ist für das Café in Nortmoor bereits eine Nachfolge gefunden worden. Schon im Februar wollen Claudia Mondorf und ihr Mann Christian Mondorf ein neues Bäckerei-Café in dem restaurierten Gulfhof an der Dorfstraße eröffnen. „So schnell wie möglich. Wir hoffen, dass es zum 1. Februar klappt“, Claudia Mondorf.

Was und warum

Darum geht es: In Nortmoor eröffnet ein neues Bäckerei-Café.

Vor allem interessant für: Menschen, die in Dörfern leben

Deshalb berichten wir: Die Schließungen der Bäckerei Behmann hat hohe Wellen geschlagen. Nun ist für ein prominentes Geschäft ein Nachfolger gefunden.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

Kerngeschäft sollen auch dann die Backwaren sein, die künftig von der Bäckerei-Kette Musswessels geliefert und vor Ort aufgebacken werden sollen. „Wir werden an sieben Tagen in der Woche geöffnet haben“, sagt Christian Mondorf. „Das liegt uns sehr am Herzen.“ Kuchen und Torten machen die Mondorfs komplett selber. Mittags sollen Hauptspeisen angeboten werden, am Abend könnten auch Veranstaltungen in dem Gebäude stattfinden. „Heute müssen manche weit fahren, um eine Konfirmation oder einen Geburtstag groß zu feiern“, erklärt Claudia Mondorf. Für die Menschen in Nortmoor und Umgebung soll es nun in dem Gulfhaus ein neues Angebot für Veranstaltungen geben.

Auch nach der Neueröffnung soll der Schwerpunkt des Angebots auf Backwaren liegen.
Auch nach der Neueröffnung soll der Schwerpunkt des Angebots auf Backwaren liegen.

Café bei Touristen beliebt

Die Mondorfs wagen sich damit in einer Zeit an eine Neueröffnung, in der ostfrieslandweit reihenweise Bäckereien schließen. Es seien das Gebäude und die günstige Lage gewesen, die den beiden dazu den Mut gegeben hätten, erklärt Claudia Mondorf. „Wir haben von der Schließung gelesen und uns gesagt, dass das nicht verschwinden darf.“ Das Ehepaar betreibt seit 15 Jahren das Restaurant am Jümmesee und hat viel Erfahrung in der Gastronomie. „Aber natürlich ist es eine Herausforderung und Neuland für uns“, sagt Claudia Mondorf. „Ideen haben wir genug.“ Ihr Mann Christian stammt aus einer Bäcker-Familie, hat diesen Beruf aber auf Drängen seines Vaters nicht ergriffen. Nun steigt er doch noch in die Backwaren-Branche ein.

Die neuen Betreiber setzen explizit auch auf die vielen Touristen, die entlang der Route unterwegs sind. Im Sommer reihten sich vor dem Gulfhof-Café häufig die E-Bikes von Menschen die Nortmoor für einen Zwischenstopp nutzten. Samtgemeindebürgermeister Christoph Busboom ist deshalb überzeugt, dass die Mondorfs mit ihrem Konzept Erfolg haben werden. „Das wird immer laufen“, sagt er. „Wenn das Gebäude leerstehen würde, wäre das für die ganze Samtgemeinde ein Verlust.“

Personal wird übernommen

Dass so schnell ein Nachfolger für die Bäckerei Behmann gefunden wurde, ist auch für die Brüder Hermann und Udo Dänekas ein Erfolg. Hermann hatte das Haus gemeinsam mit seiner Frau aufwendig restauriert und viel Herzblut in das Gebäude gesteckt. Sein Bruder Udo ist Bürgermeister der Gemeinde Nortmoor und wollte so schnell wie möglich wieder einen Bäcker im Ort ansiedeln. „Ich bin überzeugt, dass wir einen Bäcker brauchen“, sagt er. „Hier wird nicht nur Ware verkauft, hier begegnen sich Menschen.“ Die Nachricht von der Schließung der Bäckerei Behmann sei ein Schlag ins Kontor für die Gemeinde Nortmoor gewesen. Umso erfreulicher sei es, dass es in dem Gulfhaus nach einer kurzen Pause weitergehen könne.

Ebenso erfreulich ist die Übernahme für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Cafés. Die Mondorfs betonen, dass sie der ganzen bisherigen Belegschaft anbieten, auch künftig in dem Gebäude zu arbeiten. „Wir würden das Personal gerne komplett übernehmen“, sagt Christian Mondorf. Er und seine Frau werden aber auch täglich vor Ort sein. „Ich übernehme am Morgen die erste Schicht und zwei Stunden später kommt meine Frau“, erklärt er.

Ähnliche Artikel