Projekt Facit in Leer Gespräche mit der Bahn zur Fahrradstation laufen – Asphaltarbeiten gestoppt
Die Bahn hat bei der Fahrradstation quer geschossen. Nun wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Derweil ruhen die Arbeiten an einer anderen Stelle.
Leer - Es ist eines der größten Projekte, das die Stadt derzeit zu stemmen versucht: Der Fahrradfreundliche Umbau von Ostersteg, Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße und Friesenstraße sowie der Bau der Fahrradstation am Bahnhof. Das alles firmiert unter dem Namen Facit.
Was und warum
Darum geht es: Rund um das Projekt Facit gab es Probleme. Nun ist man in Gesprächen.
Vor allem interessant für: Leeraner und Touristen
Deshalb berichten wir: Im Ausschuss wurde der aktuelle Stand vorgestellt. Den Autor erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Ein Riesen-Projekt, das für eine hochverschuldete Stadt wie Leer nur zu stemmen ist, wenn viel Fördergeld fließt. Im Fall von Facit sind das stolze 90 Prozent. Die Fahrradstation, für die vor der Corona-Pandemie Kosten von rund zwei Millionen Euro veranschlagt wurden, wäre für die Stadt also für 200.000 Euro zu haben. Doch gerade diese Station bekam vor Kurzem einen Dämpfer.
Planungsstopp
Seit Ende August herrscht Planungsstopp. Es gibt Unstimmigkeiten mit der Deutschen Bahn, hat Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) dem Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr mitgeteilt: Anders als in Gesprächen vereinbart, habe die Bahn am 25. August plötzlich verboten, dass auf einem vereinigten Grundstück gebaut wird. Von der Bahn heißt es auf Anfrage, die Bedenken seien der Stadt im Rahmen einer Gesamtstellungnahme am 19. Juli mitgeteilt worden. Die Unterlagen für die Fahrradstation habe die Bahn am 19. Mai zur Prüfung bekommen.
Dem Radverkehr in Leer soll nicht die Puste ausgehen
Planungsstopp bei Leeraner Fahrradstation
Entlang der Bahnstrecke verlaufe auf den Oberleitungsmasten eine Speiseleitung, eine Stromleitung, die Triebfahrzeuge mit Strom beliefert. Zu dieser sei im Falle eines einstöckigen Neubaus zwingend ein Sicherheitsabstand von fünf oder dreieinhalb Metern zur Hinterkante der Mastfundamente einzuhalten, da ansonsten Lebensgefahr bestehe. „Diese Abstände sind auch im Kaufvertrag zwischen DB und Stadt Leer benannt und in der Vermessung berücksichtigt worden“, so ein Bahnsprecher. Außerdem müsse davon ausgegangen werden, dass im Grenzbereich betriebsnotwendige Kabel, Leitungen oder Verrohrungen verlaufen. Nun wollte Bruno Schachner (Grüne) im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr wissen, ob dies ausgeräumt werden konnte.
Gespräche laufen
„Wir hatten mit der Bahn eine Videokonferenz. Die Gespräche gingen in eine positive Richtung. Ich denke, wir werden eine gute Lösung finden“, sagt Elke Hinrichs von der Stadt Leer. Die Fahrradstation stehe nicht auf der Kippe. „Wir werden wohl nächstes Jahr den Baubeginn erleben“, sagt sie.
Die Station soll vieles bieten: Platz für rund 400 Fahrräder, Ladestationen für E-Bikes, einen Fahrradverleih, eine Werkstatt, eine Fahrradwaschanlage und eine öffentliche Toilette, die seit Jahren am Bahnhof schmerzlich vermisst wird.
Gleichzeitig ruhen die Arbeiten um den letzten Abschnitt der Friesenstraße in Richtung Bummert. „Hier haben wir die Asphaltarbeiten ausgesetzt. Am 16. Januar geht es weiter“, sagt Thorsten Stegmann von der Stadt Leer. Er begründete das mit der generellen Verkehrssituation in der Stadt. Man wolle durch die Arbeiten keine weiteren Engstellen und Staus provozieren.
Damit reagiert die Stadt auf die vielen Baustellen und Engstellen im Leeraner Verkehr. Alleine die nach wie vor andauernde Sperrung des Stadtrings führt dazu, dass deutlich mehr Autofahrer den Weg durch die Bremer Straße in die Innenstadt wählen müssen, da es ansonsten kaum freie Möglichkeiten gibt.
Dadurch kommt es natürlich am Bummert und der Heisfelder Straße zu Staus. Bauarbeiten an diesen neuralgischen Punkten würden die Situation weiter anheizen und den Verkehr möglicherweise komplett zu Erliegen bringen.