Einkaufen rund um die Uhr  Klostermoor soll einen digitalen Dorfladen bekommen

Mirco Moormann
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Von Mirco Moormann
| 13.12.2022 08:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
So könnte ein digitaler Dorfladen von innen aussehen. Foto: Emma’s Tag- und Nachtmarkt
So könnte ein digitaler Dorfladen von innen aussehen. Foto: Emma’s Tag- und Nachtmarkt
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Die Einwohnerzahl von mehr als 1300 wird sich durch ein neues Baugebiet noch erhöhen. Eine Einkaufsmöglichkeit gibt es aber nicht.

Klostermoor - Klostermoor hat einen großen Plan: Im Ort soll ein volldigitaler Dorfladen entstehen. Der erste Schritt in Richtung Nahversorgung ist bereits gemacht. Das Dorf, das gleich hinter der Stadtgrenze Papenburgs unweit der ATP-Teststrecke liegt, entwickelt sich positiv, wie Ortsbürgermeister Kai-Uwe Zeusel im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt. Die Einwohnerzahl von mehr als 1300 wird sich durch ein neues Baugebiet noch erhöhen.

Möglichkeiten für den täglichen Einkauf gibt es im Dorf nicht, der nächste Discounter liegt laut Zeusel mindestens acht Kilometer weit entfernt. Deshalb stieß ein Vorschlag aus der Bürgerschaft nach einem Dorfladen auch auf offene Ohren. „Die Leute müssen derzeit schon ordentlich fahren“, meint Zeusel.

Interne Abstimmungen im Januar

„Nach der Idee aus Dersum haben wir überlegt, auch einen digitalen Markt anzusiedeln“, sagt Zeusel. Zwar habe man noch kein passendes Gebäude, es gebe aber Leerstand - oder auch die Option auf ein Grundstück, so der Ortsbürgermeister. Die Einwohnerzahlen der Kommunen sind ähnlich.

Nachdem der Ortsrat jüngst beschlossen hat, die Pläne für einen Markt weiter verfolgen zu wollen, ist nun die zuständige Gemeindeverwaltung in Rhauderfehn am Zug. Die solle nun laut Zeusel Kontakte mit Betreibern von Dorfläden suchen. Weitere politische Beratungen auf Gemeindeebene folgen, danach könne man an die Finanzierung und die Standortsuche gehen. Aus dem Rathaus heißt es, dass im Laufe des Monats Januar 2023 erste verwaltungsinterne Abstimmungen erfolgen könnten.

Beim geplanten Angebot handelt es sich um Lebensmittelmärkte, in denen man rund um die Uhr einkaufen kann. In Dersum ist Verkaufspersonal nicht nötig, weil alles digital und auf Basis eines für den Einzelhandel entwickelten Systems Künstlicher Intelligenz (KI) für Warenwirtschaft funktioniert.

Kundenkarte ermöglicht Zutritt

Zutritt in den Markt, das Einkaufen und Bezahlen funktionieren über eine Kundenkarte. Mit der Karte gelangt der Kunde zunächst in eine Art Schleuse. Die nächste Tür muss mit einem persönlichen PIN geöffnet werden. Die Kunden müssen ihren Einkauf an Terminals selbst einscannen. Bezahlt wird bargeldlos mit EC-Karte, Handy oder der Kundenkarte.

Im gesamten Markt werden Sensoren und Videokameras installiert. Das KI-Warenwirtschaftssystem macht stündlich eine Inventur. Die Ergebnisse wirken sich auf die vollautomatische Nachbestellung aus.

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