Situation spitzt sich zu  Auricher Kinderklinik setzt Hilferuf wegen Überfüllung ab

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 09.12.2022 16:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Foto: Jaspersen/DPA
Die Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich. Foto: Jaspersen/DPA
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Die Kinderstation der Auricher Ubbo-Emmius-Klinik ist komplett belegt. Sie hat sich deshalb mit einem Hilferuf an Kinderärzte gewandt und sucht händeringend Personal.

Aurich - Nachdem sich die Situation über Tage und Wochen zugespitzt hatte, hat die Auricher Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) ihre Kinder- und Jugendstation wegen Überfüllung geschlossen. „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir komplett belegt sind und KEINE Kinder mit Einweisungen mehr aufnehmen können. Wir sind bereits bei der Rettungsleitstelle abgemeldet und bitten um Ihre Mithilfe, Eltern mit ihren Kindern direkt an andere Kliniken zu verweisen, um Ihren Patienten unnötige Wege zu ersparen“, heißt es in einem Schreiben an Kinderärzte im Landkreis, das der Redaktion vorliegt.

Heiko Goldenstein, Geschäftsführer der Kliniken Aurich, Emden und Norden, bestätigte die Echtheit des Schreibens und ergänzte auf Nachfrage: „Selbstverständlich werden Notfälle weiterhin behandelt. Weiterhin gilt, dass noch kein RS- oder Influenza-Patient abgewiesen wurde. Weil die Kinderstation aber bereits mit Überbelegung arbeitet, bittet die Kinderklinik die niedergelassenen Ärzte darum, ihre Einweisungen kritisch zu prüfen. Es ist jetzt besonders wichtig, leichtere Fälle außerhalb der Klinik zu behandeln oder auf andere Krankenhäuser, die mehr Kapazitäten zur Verfügung haben, auszuweichen, damit die Notfall- beziehungsweise Akutversorgung in der UEK aufrechterhalten werden kann.“

Weiteres Personal wird händeringend gesucht

Die Abmeldung bei der Rettungsleitstelle sei im Übrigen nicht für die Notfallversorgung erfolgt, sondern für die stationäre Versorgung. Mit der Meldung werde auf die kritische Situation hingewiesen, sie diene der Orientierung, der Rettungswagen könne die Klinik aber weiterhin anfahren, heißt es von der UEK.

Insbesondere wegen vieler unter Atemwegserkrankungen wie dem RS-Virus leidender Kinder arbeiteten die Mitarbeiter der Kinderklinik aktuell unter sehr hoher Belastung. Deshalb sei die Kinderklinik auf jede Hilfe angewiesen und suche händeringend zusätzliches Personal. „Jede Hand hilft“, sagte Goldenstein. „Deshalb sucht die Auricher Klinik zur Unterstützung in dieser schwierigen Zeit ausgebildete Kinderkrankenschwestern oder Menschen mit einer vergleichbaren Ausbildung – auch für kurze Zeit. Flexible Anstellungen sind für die Helfer möglich.“ Die Klinik biete zudem attraktive Flexibilitätsprämien für Mitarbeiter, die intern aushelfen.

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