Warntag Es geht nicht um Panikmache
Der zweite bundesweite Warntag hat weitestgehend funktioniert – auch, wenn von einem bundesweiten, flächendeckenden Alarm noch immer kaum die Rede sein kann. Gerade deswegen brauchen wir den Warntag.
Im Jahr 2020 war der erste bundesweite Warntag geprägt von Pleiten, Pech und Pannen. Denn vor zwei Jahren blieben beim großen Probealarm landesweit viele Sirenen stumm. Das war einerseits erschreckend. Anderseits erfüllte der damalige Probelauf aus heutiger Sicht seinen Zweck: Er offenbarte die verheerenden Schwachstellen im deutschen Katastrophenschutz, die jetzt am jüngsten Warntag zwar immer noch nicht vollends behoben, aber zumindest reduziert werden konnten. Dass es diesmal weitestgehend geklappt hat, ist ein entsprechend gutes erstes Signal.
Sicher, von einem bundesweiten, flächendeckenden Alarm – wie geplant und angekündigt – kann noch immer kaum die Rede sein. Etliche Bürgerinnen und Bürger bekamen auch vom neuesten Probelauf nichts mit, weil ihre Handys etwa die Warnmeldungen nicht empfangen können. Sirenen gibt es zudem vielerorts nicht, weil viele Städte und Gemeinden sie nach Ende des Kalten Krieges abmontiert haben.
All das ändert nichts an der Notwendigkeit dieses Warntags. Es geht hier nicht um Panikmache, sondern um Vorsorge und eine Sensibilisierung der deutschen Bevölkerung. Schwächen im System für den Katastrophenschutz müssen mithilfe von regelmäßigen Tests erkannt und beseitigt werden, um gerüstet zu sein, sollte wirklich etwas passieren.