Berlin „Wir haben auch ein Recht auf gute Filme“: „Avatar 2“-Star teilt gegen Marvel-Kino aus
Sigourney Weaver hat genug von den ständigen Marvel-Filmen. Ihren neuesten Film „Avatar: The Way of Water“ hält sie für eine willkommene Abwechslung.
Mit „Avatar: The Way of Water“ setzt James Cameron den erfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten fort. Wieder mit dabei ist Hollywood-Star Sigourney Weaver. Beim Interview-Tag in Berlin stellte sie den Film vor – und erlaubte sich einen Seitenhieb gegen die Comic-Verfilmungen aus der Marvel-Welt.
Weiterlesen: Sigourney Weaver erklärt, wieso sie trotz Filmtod in „Avatar 2“ mitspielen kann
„Wenn Sie heute ins Kino gehen – ganz egal, was Sie gucken – Sie sehen immer gleich zehn neue Highlights von ein- und demselben Film; ob das nun Marvel-Filme sind oder sonst was“, sagte die 73-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. „Unser Film ist ganz anders.“ Der zweite Teil von „Avatar“ werde das Publikum daran erinnern, „dass wir bessere Geschichten verdienen, vielschichtigere Handlungen, vielschichtigere Figuren“, sagte Weaver. Und weiter: „Wir haben jetzt eine massive Marvel-Kost hinter uns – prima. Aber wir haben auch ein Recht auf gute Filme.“
„Avatar: The Way of Water“: Der Trailer zeigt spektakuläre Bilder
Die Geschichte der Filmmarken „Avatar“ und Marvel ist traditionell angespannt: Beide Blockbuster-Reihen betreiben einen enormen finanziellen Aufwand – und wetteifern dabei auch um immer neue Einspielrekorde. James Cameron, der die Rangliste der erfolgreichsten Filme lange mit „Titanic“ angeführt hatte, übertrumpfte sich 2009 selbst: Damals spielte sein Weltraum-Abenteuer „Avatar“ 2,78 Milliarden Dollar ein, mehr als jeder Film zuvor.
Zehn Jahre später fanden dann die Marvel-Reihe mit dem Comic-Film „Avengers: Endgame“ ihren Höhepunkt, und das auch kommerziell: Das Superhelden-Spektakel spielte weltweit über 2,79 Milliarden Dollar ein und verwies „Avatar“ auf den zweiten Platz. Bis James Cameron den Film 2021 in China noch einmal ins Kino brachte. Danach stand er bei 2,9 Milliarden Dollar – und wieder auf Rang 1.
Hinter den Kulissen dürfte der Kampf eher unverkrampft verfolgt werden. Die „Avatar“-Filme werden von den 20th Century Studios realisiert; hinter den Comic-Verfilmungen um Thor und den Hulk stehen die Marvel Studios. Inzwischen allerdings gehören beide Firmen der Disney Company – die sich mit Marvel und „Avatar“ am Ende also nur selbst Konkurrenz machen kann.
Trotzdem lastet ein enormer Druck auf dem neuen „Avatar“-Film. Schon beim ersten Teil, der das 3D-Revival brachte, hatte James Cameron viele Millionen in die Technik gesteckt. Auch „Avatar: The Way of Water“ ist nun wieder „verdammt teuer“ („very fucking expensive“), wie der Regisseur dem Magazin „GQ“ sagte. Ein Grund dafür sind zum Beispiel die Unter-Wasser-Aufnahmen, für die neue Verfahren entwickelt wurden. Um profitabel zu sein, muss „Avatar 2“ laut Cameron jetzt mindestens der dritt- oder viert erfolgreichste aller Zeiten werden. Sigourney Weaver sieht diese finanzielle Erwartung gelassen: „Ich muss sagen, dass mir das überhaupt keine Sorgen macht, schon gar nicht, nachdem ich ihn gesehen habe. Der Film wird wahrscheinlich noch erfolgreicher als der erste“, sagte sie.