Berlin  Wie die Aktienrente von Finanzminister Lindner funktionieren soll

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 06.12.2022 15:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Will die Aktienrente einführen: FDP-Finanzminister Christian Lindner. Foto: AFP/KENZO TRIBOUILLARD
Will die Aktienrente einführen: FDP-Finanzminister Christian Lindner. Foto: AFP/KENZO TRIBOUILLARD
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Immer mehr Rentner, immer weniger Beitragszahler. Christian Lindner will die Rente trotzdem sichern, indem er sie um einen Aktienfonds ergänzt.

Die Bevölkerung wird immer älter und immer mehr Rentner müssen von immer weniger Beitragszahlern finanziert werden. Um das Rentenniveau zu stabilisieren, sieht der Koalitionsvertrag die Einführung einer Aktienrente vor. Für das FDP-Konzept will Finanzminister Christian Lindner eine Menge Geld investieren. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ sprach er von einer „dreistelligen Milliardensumme“, die er über mehrere Jahre in einen entsprechenden Aktienfonds stecken wolle.

2023 will Lindner demnach mit zehn Milliarden Euro „als Grundstein für den Einstieg in eine Kapitaldeckung im Rentensystem beginnen“ und die Investition „mittel- bis langfristig“ ausbauen. Damit soll das Rentenniveau stabil gehalten werden, auch wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen.

Lindner wäre dafür auch bereit, Schulden zu machen, denn die durchschnittliche Wertsteigerung von Aktien liegt weit über den durchschnittlichen Zinsen für deutsche Staatsanleihen. Allerdings gebe es „noch keine abgeschlossene Willensbildung der Bundesregierung“ zur Finanzierung.

Dabei würde es sich um einen Paradigmenwechsel in der Altersvorsorge handeln, denn die Rente ist momentan rein umlagefinanziert. Im Klartext: Wer heute arbeitet, zahlt mit seinen Beiträgen die Rente für die Menschen, die heute in Rente sind. Die Beiträge für die Aktienrente sollen hingegen laut herkömmlicher Definition in einen Fonds fließen, aus dem die Zahlungen der Rentenversicherung ergänzt werden.

Auch eine radikalere Version könnte Lindner sich vorstellen: „Denkbar wäre auch, das Sparen in einem völlig privaten Depot, für das man entsprechende steuerliche Anreize schafft“, so Lindner. Mithilfe einer Fokusgruppe werde gerade die beliebtere Variante getestet.

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