Delmenhorst  Unbekannte drohen Bewohnern des Weihnachtshauses in Delmenhorst

IIias Subjanto
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Von IIias Subjanto
| 02.12.2022 17:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sven Borchart mit dem Drohbrief: Der Weihnachtshausbesitzer hat bei der Polizei bereits Anzeige gestellt. Foto: AleX/PHOTO
Sven Borchart mit dem Drohbrief: Der Weihnachtshausbesitzer hat bei der Polizei bereits Anzeige gestellt. Foto: AleX/PHOTO
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Trotz Energiekrise beleuchten die Borcharts in Delmenhorst ihr Haus auch in diesem Jahr wieder weihnachtlich. Doch nicht alle scheinen darüber erfreut: Auf einmal lag ein Drohbrief im Briefkasten. Die Polizei ermittelt.

Im Dezember erwartet man im Briefkasten vielleicht nette weihnachtliche Grußschreiben. Ganz und gar unwillkommene Post hat jedoch die Familie Borchart erhalten: Die Besitzer des überregional bekannten Weihnachtshauses an der Brechtstraße sind die Adressaten eines Drohbriefs.

„Sie produzieren mit Ihrer unnötigen Weihnachtsbeleuchtung Lichtschmutz und vergeuden knappen Strom!“, heißt es in dem Schreiben an die Borcharts, die seit über 20 Jahren das hellste Haus im weihnachtlichen Delmenhorst betreiben. Und weiter: „Zeigen Sie Solidarität mit der Ukraine wo die Menschen im Dunkeln sitzen! Sonst sind Sie weiter ein Umweltsünder und sollten sich schämen! Wir bitten Sie freundlich Ihre Beleuchtung bis zum 5.12. zu entfernen!“

Andernfalls werden nächtliche Aktionen angedroht, die dazu führen könnten, „dass Ihr Elektroschrott abgeschaltet und entsorgt wird.“ Als Absender auf dem Brief angegeben ist „Die letzte Generation“, das Bündnis von Klimaaktivisten also, deren öffentliche Störaktionen wie etwa Straßenblockaden oder Attacken auf Kunstwerke immer wieder für Schlagzeilen sorgen.

„Waren wir nicht!“, heißt es kurz und knapp vonseiten der „Letzten Generation“ in Berlin auf Anfrage unserer Redaktion. „Derartige Drohbriefe verstoßen gegen die Werte, die wir vertreten, wie strikte Gewaltfreiheit“, teilt Irma Trommer vom Presseteam der Aktivisten mit. Ihr zufolge verschickt die „Letzte Generation“ keine Drohbriefe. „Wenn wir Briefe schreiben, dann offen an die Politik, zum Beispiel an die Bundesregierung“, so Trommer.

Borcharts haben Anzeige bei der Polizeiinspektion Delmenhorst gestellt. „Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter Nötigung eingeleitet und ist entsprechend sensibilisiert“, berichtet Polizeisprecher Albert Seegers. Auch wenn die Verfasser und damit die tatverdächtigen Personen bislang nicht bekannt seien, also die „Letzte Generation“ keineswegs als Urheber des Briefs feststehe, werde auf jeden Fall ermittelt, versichert Seegers.

Martina Borchart glaubt nicht, dass es sich um die umstrittenen Klimaaktivisten handelt, als Briefschreiber vermutet sie einen Trittbrettfahrer. Aufgrund des bedrohlich wirkenden Inhalts des Schreibens fühlt sie sich trotzdem alarmiert. „Wir haben Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, zum Beispiel einen Bewegungsmelder und Überwachungskameras installiert“, sagt sie.

„Wir lassen uns auf keinen Fall einschüchtern, unser Weihnachtshaus bleibt nicht dunkel“, betont Borchart. Und: „Falls tatsächlich jemand eine unserer Lichterketten kaputt macht, hängen wir eben eine neue auf.“

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