Künstler aus dem Saterland Weihnachtskrippen aus mehr als 2000 Jahre altem Weißtorf
Karl-Heinz Brinkmann aus Ramsloh stellt seine weihnachtlichen Kunstwerke im Mandehuus in Strücklingen aus. Sein Bruder brachte ihn vor einigen Jahren auf die Idee, mit dem Material zu arbeiten.
Ramsloh/Strücklingen - Es ist Vorweihnachtszeit. Das bedeutet für Karl-Heinz Brinkmann aus Ramsloh wieder Hochbetrieb. In seiner kleinen Werkstatt bastelt er wieder Weihnachtskrippen mit der Heiligen Familie. Brinkmann schnitzt Maria und Josef, das Jesuskind, die drei Könige, Ochs, Esel und alles, was noch zu einer Krippe gehört. Dass er als Material Weißtorf verwendet, ist seit einigen Jahren bekannt.
In vielen Kirchen und Haushalten stehen Weihnachtskrippen aus Holz, Stroh oder Papier. Auch aus Baumwurzeln wurden bereits Krippen gefertigt. Aber eine Darstellung der Geburt Christi aus Torf, noch dazu handgeschnitzt – damit betrat der Künstler vor einigen Jahren Neuland. Ob es Nachahmer gibt, ist nicht bekannt.
Geschenk für Kunden
2012 brachte sein Bruder Hans, der damals die Leitung in einem Torfverarbeitungsbetrieb hatte, ihn auf die Idee, mit Weißtorf bildhauerisch zu arbeiten. „Es sollten weihnachtliche Motive sein in Form von Krippendarstellungen mit dem Hintergrund, diese als Geschenk für Kunden zum Jahresabschluss bereitzustellen“, sagt der 66-jährige Saterländer.
Heute sind seine Arbeiten von Ostfriesland bis Stuttgart bekannt, sogar bis in die Schweiz habe sich seine Torfschnitzerei herum gesprochen. Inzwischen sind Dutzende von Krippen entstanden. Einige waren bereits bei einer internationalen Krippenausstellung in Köln zu sehen. Jetzt, ganz aktuell. stellt er Figuren und eine Weihnachtskrippe sowie Radierungen, Acryl- und Aquarellarbeiten im Strücklinger Mandehuus aus. Jeden Montag von 15 bis 18 Uhr und mittwochs von 20 bis 22 Uhr sowie am dritten Adventssonntag von 14.30 bis 17 Uhr ist dort geöffnet.
Mindestens 2000 Jahre alt muss der Torf sein
„Das A und O ist der richtige Torf“, sagt Brinkmann. Weißtorf muss es sein, am besten leicht „holzig“ und mindestens 2000 Jahre alt, also etwa entstanden zu einer Zeit, in der auch Jesus geboren wurde. Bei der Suche klopft Brinkmann gegen jeden Soden – klingt er schön trocken, wie weiches Holz, dann nimmt er ihn mit.
„Von zehn Soden kann ich vielleicht ein oder zwei gebrauchen.“ „Der respektvolle Umgang mit den Mooren liegt mir besonders am Herzen. So unterstütze ich mit meinem Bruder, dass nach einem Teilabbau des Torfes eine Renaturierung erfolgt, um ein erneutes Wachstum des Torfes wieder zu fördern, damit uns diese so wichtige Ökologie erhalten bleibt“, sagt Brinkmann.
Seit der Jugend Interesse an Kunst
Seit seiner Jugend habe er sich für die Kunst interessiert. Doch die privaten Umstände ließen eine Ausbildung in dieser Richtung nicht zu. Er wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf, der die Familie gerade so ernähren konnte. Den Kontakt zum Material Torf erfuhr er schon sehr früh, als er mit seinem Vater den Torf von Hand abbaute, um es getrocknet im Winter als Brennmaterial zu benutzen.
Die Malerei oder die künstlerische Gestaltung waren und sind seine ständigen Wegbegleiter. 1985 trat er dem Kunstkreis Rhauderfehn bei, wo er unterschiedliche Techniken der Malerei und andere Kunstformen kennenlernte. Wer Interesse an seinen Werken hat, kann sich unter der Telefonnummer 04498/2319 jederzeit melden.