Nach Workshops in Leer  Ideen für Innenstadt – jetzt geht es an die konkrete Planung

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 30.11.2022 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schon mit wenig Aufwand könnte man in der Brunnenstraße beispielsweise Platz für Tische und Stühle schaffen. Fotos: Archiv
Schon mit wenig Aufwand könnte man in der Brunnenstraße beispielsweise Platz für Tische und Stühle schaffen. Fotos: Archiv
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Wie soll die Leeraner Innenstadt in Zukunft aussehen? Eine erste Workshop-Runde gab es zu dem Thema schon – mit spannenden Ergebnissen. Jetzt sind wieder die Bürger gefragt.

Leer - Wie soll sich die Leeraner Innenstadt entwickeln? Wie soll die Stadt auf Herausforderungen wie den demografischen Wandel, den immer stärker werdenden Online-Handel, den Klimawandel und nicht zuletzt die Folgen der Corona-Pandemie reagieren? Die Überlegungen dazu haben in Leer unter dem Stichwort begonnen – gemeinsam mit den Bürgern. Die hatten vor rund drei Wochen in vier Workshops ihre Ideen, Vorstellungen und Gedanken eingebracht, moderiert vom Oldenburger Planungsbüro Nord-West-Plan (NWP). Und auch in näherer Zukunft werden sie wieder gefordert sein.

Was und warum

Darum geht es: Die Stadt Leer will gemeinsam mit ihren Bürgern eine Strategie für die Entwicklung der Innenstadt entwickeln, mit der auf Probleme wie Klimawandel und demografischer Wandel reagiert wird.

Vor allem interessant für: alle, die auf eine positive Entwicklung der Leeraner Innenstadt hoffen

Deshalb berichten wir: Das Planungsbüro hat den Mitgliedern des Stadtentwickungsausschusses die ersten Ergebnisse aus den Workshops vorgestellt.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

NWP hat zwischenzeitlich den Input sortiert und am Dienstagabend durch Diedrich Janssen den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt. Ein zentrales Thema ist die Verbesserung der Aufenthaltsqualität – sowohl in der Altstadt als auch auf dem Ernst-Reuter-Platz, der sein Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft habe, wie Janssen sagte. Bestuhlung, Begrünung, Aufstellflächen für Geschäfte – vieles sei denk- und diskutierbar.

Internet bietet noch viele Chancen

Zweites wichtiges Handlungsfeld ist der Verkehr. Wie viele Parkplätze muss es auf dem Ernst-Reuter-Platz noch geben? Wie sieht es in der Brunnenstraße aus? Soll der Autoverkehr ganz oder zeitweise verbannt werden? Oder sind da viel mehr die Fahrräder der Störfaktor? Wo müssten Abstellmöglichkeiten für Vier- und Zweiräder platziert werden, dass alle wichtigen Bereiche der Innenstadt bequem zu Fuß erreicht werden können?

Da kann man mehr draus machen: Der Ernst-Reuter-Platz soll sich verändern.
Da kann man mehr draus machen: Der Ernst-Reuter-Platz soll sich verändern.

Auch im Internet sei noch vieles für die Stadt zu erreichen. Bisher gebe es viele Einzel-Auftritte von Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus. Aus diesem Flickenteppich ein großes Ganzes mit Zusatznutzen für die Besucher zu machen, berge große Chancen für alle Beteiligten. Jemand, der auf der Internet-Seite ein schickes Kleidungsstück gefunden hat, komme noch lieber in die Stadt, wenn er in einem Rutsch ohne viel Suchen Informationen über die Parkplatz-Situation, Veranstaltungen an diesem Tag oder das gastronomische Angebot finde. Angebote wie Click and Collect, bei dem die zuvor im Internet bestellte Ware im Laden abgeholt werden kann, können ebenfalls ein Anreiz sein, den Weg in die Stadt anzutreten, statt ganz auf den Online-Handel umzuschwenken, so Janssen.

Verkehrsversuche sind denkbar

Die erste Workshop-Runde sei der Auftakt im Diskussionsprozess zur Entwicklung der Innenstadt gewesen, sagte Stadtbaurat Rainer Kleylein-Klein. Nun folge eine zweite Runde von Workshops, bei der es darum gehen werde, konkrete Maßnahmen zu erarbeiten. Die könnten kurzfristig und womöglich auch wieder aufhebbar sein, wie das Aufstellen von Hindernissen in Parkbuchten, um Platz für Tische und Stühle in der Brunnenstraße zu schaffen.

Gerade dort seien auch Verkehrsversuche denkbar, um zu testen, wie sich die Veränderungen konkret auswirken würden. Aber auch mittel- und langfristige Maßnahmen müssten diskutiert, strategische Entscheidungen getroffen werden.

Termine werden auf zwei Wochen verteilt

Die Stadt hofft auch dabei auf Impulse der Bürger. Die nächsten Workshops finden am Dienstag, 2., Donnerstag, 9., Dienstag, 14. und Donnerstag, 16. Februar statt. Man habe die Termine über zwei Wochen gestreckt. Das sei eine Lehre, die man aus der ersten Runde gezogen habe, sagte Elke Hinrichs von der Stadtverwaltung. Eine zweite sei, eine Stunde früher, also um 17 Uhr zu beginnen, um mehr Zeit zu haben.

Mit der Beteiligung an der Workshop-Runde sei die Stadtverwaltung sehr zufrieden gewesen, hatte Sprecher Patrick Düselder gesagt. Damals hatten sich vor allem ältere Bürger und Geschäftsinhaber eingebracht.

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