Hamburg  Mehr Rechte für Väter – aber erst ab dem Jahr 2024

AFP User, Julia Falkenbach
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Von AFP User, Julia Falkenbach
| 28.11.2022 13:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die gemeinsame Zeit soll die Beziehung zwischen Vater und Neugeborenem stärken, so der Plan der Familienministerin. Foto: Unsplash/Kelly Sikkema
Die gemeinsame Zeit soll die Beziehung zwischen Vater und Neugeborenem stärken, so der Plan der Familienministerin. Foto: Unsplash/Kelly Sikkema
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Einen Tag nach der Geburt zurück zur Arbeit? Damit soll für Väter ab 2024 Schluss sein. Familienministerin Lisa Paus will den Anspruch auf bezahlten Vaterschaftsurlaub gesetzlich verankern.

In diesem Artikel erfährst Du:

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat angekündigt, die geplante Regelung zum sogenannten Vaterschaftsurlaub im nächsten Jahr gesetzlich zu verankern. „Die zweiwöchige Freistellung nach der Geburt kommt, nicht mehr in diesem Jahr, aber in 2024“, sagte Paus den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Die wirtschaftliche Lage sei derzeit schwierig, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. „Deshalb möchte ich dieses wichtige Vorhaben im nächsten Jahr aufs Gleis setzen“, sagte Paus.

Die zweiwöchige Freistellung nach der Geburt soll Paus zufolge im Mutterschutzgesetz festgeschrieben werden. Eltern müssten in ihrem Wunsch nach einer partnerschaftlichen Aufteilung der Familienarbeit unterstützt werden. Besonders in der ersten Zeit nach der Geburt sei es wichtig, „dass Eltern Zeit füreinander und das Baby haben“, sagte die Ministerin. Das sei auch wichtig, „damit Väter früh eine enge Beziehung zum Kind aufbauen können“.

Die Freistellung bezeichnete die Grünen-Politikerin als „weiteren wichtigen Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Mit ihrer Unterstützung leisteten Arbeitgeber dazu einen wichtigen Beitrag.

Im Gegensatz zur Elternzeit, die Partner geschlechtsunabhängig aufteilen können, haben nur Frauen Anspruch auf Mutterschutz. Die Schutzfrist, in der schwangere Frauen nicht mehr arbeiten müssen, beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet in der Regel acht Wochen nach der Geburt. Für Väter gibt es bislang keinen Anspruch auf eine Freistellung, Unternehmen gewähren in der Regel einen Tag Sonderurlaub zur Geburt.

Was der Mutterschutz noch umfasst, wird in diesem Video erklärt:

Die Ampel-Parteien hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, einen zweiwöchigen, bezahlten Urlaub nach der Geburt gesetzlich zu ermöglichen.

Bis das Gesetz 2024 umgesetzt werden könnte, müssen Väter, die Zeit mit ihrem Neugeborenen verbringen wollen, entweder ihren Jahresurlaub für die gemeinsame Zeit aufsparen, oder Elternzeit beantragen.

Väter nehmen in Deutschland nach wie vor deutlich kürzer Elternzeit als Mütter. Das geht aus den Zahlen des Statitsischen Bundesamts zum Bezug von Elterngeld hervor.

Das zeigt diese Statistik:

Mit dem „Vaterschaftsurlaub“ ist Deutschland kein Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung – ganz im Gegenteil. Denn Berlin setzt lediglich eine EU-Richtlinie um, die zum 2. August 2022 hätte eingeführt werden müssen. Im September leiteten die Brüssler Behörden deswegen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein, wie „Legal Tribune Online“ berichtet.

Die EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sieht darüber hinaus vor, dass:

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