Obdachlosen-Unterkünfte in Leer Nach zwei Jahren beginnt die Suche wieder von vorne
Vor zwei Jahren wurden die Obdachlosen-Unterkünfte in der Eisinghausener Straße wegen Baufälligkeit geräumt. Bis jetzt gibt es keine Idee, wie sie ersetzt werden könnten.
Leer - Seitdem vor mehr als zwei Jahren die sieben Obdachlosenwohnungen in der Eisinghausener Straße geräumt werden mussten, weil die Gebäude baufällig und unbewohnbar geworden waren, hat die Stadt nur noch fünf eigene so genannte Schlichtwohnungen im Birkhahnweg, in denen maximal zwölf Menschen leben können. Um ihrer Verpflichtung gerecht zu werden, unfreiwillige Obdachlosigkeit zu vermeiden, hat sie zusätzliche Wohnungen angemietet, in denen Wohnungslose vorübergehend unterkommen können.
Einen Plan, was mit den baufälligen Gebäuden in der Eisinghausener Straße passiert, gibt es immer noch nicht, räumte Erster Stadtrat Detlef Holz im Rahmen der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses ein. Die Situation ist durchaus kompliziert. Eine Sanierung würde mit einer Viertelmillion Euro zu Buche schlagen – viel Geld für Wohnungen, die nur den Mindeststandard bieten. Ein Abriss und anschließender Neubau wären ebenfalls teuer und langwierig. Es müsste ein komplettes Bebauungsplanverfahren durchlaufen werden.
Jade-Hochschule konnte nicht helfen
Zwischenzeitlich hatte man Hoffnung auf die Architektur-Studenten der Jade-Hochschule in Oldenburg gesetzt, die neue Ideen einbringen sollten. Für deren Bachelor-Arbeiten war das Entwerfen von einigen Obdachlosen-Unterkünfte allerdings nicht anspruchsvoll genug. Die Aufgabenstellung wurde so verändert, dass sie der Stadt nicht weiterhilft. Jetzt müsse man halt neu überlegen, so Holz. Falls es dafür schon eine Strategie gibt, ließ er die nicht erkennen.
Akute Not herrsche allerdings nicht, sagte Andreas Mergelmeyer vom Sozialamt. Bisher habe die Stadt noch niemand abweisen müssen, die Plätze hätten immer noch ausgereicht. Allenfalls verweise man alleinstehende Männer in Einzelfällen an die DRK-Unterkunft Haus Deichstraße. Auch vom DRK habe man die Auskunft bekommen, dass niemand abgewiesen werden musste.
Dem hielt Engeline Kramer (Grüne) entgegen, dass sich schon Menschen im Café International gemeldet hätten, die weder bei der Stadt noch beim DRK einen Platz gefunden hätten. Dieser Widerspruch ließ sich nicht auflösen, soll aber nach Möglichkeit noch aufgeklärt werden.