Verkehr im Landkreis Leer  Uplengen will mehr Radler und weniger Eltern-Taxis

Tobias Rümmele
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Von Tobias Rümmele
| 23.11.2022 12:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Uplengen will, dass mehr Menschen mit dem Rad in die Schule und zur Arbeit pendeln. Foto: Schuldt/DPA
Uplengen will, dass mehr Menschen mit dem Rad in die Schule und zur Arbeit pendeln. Foto: Schuldt/DPA
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Die Gemeinde Uplengen will bei der Verkehrswende einen großen Sprung nach vorne machen. Im Fokus stehen vor allem auch Eltern-Taxis an den Schulen.

Uplengen - Wenn Uplengens Bürgermeister Heinz Trauernicht (parteilos) morgens ins Rathaus radelt, ärgert er sich schonmal. Vor Schulbeginn reihen sich am Alten Postweg vor der Grundschule die Eltern-Taxis und nicht wenige von ihnen blockieren beim Entladen der Kinder den Radweg. „Ich will ein Umdenken bei den Eltern“, sagte Trauernicht in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses.

Die Gemeinde will die Verkehrswende vorantreiben. Bedeutet konkret: Weniger Autos, mehr Fahrräder. Damit Radler aber nicht nur klimafreundlich, sondern auch sicher unterwegs sind, braucht es mehr als ein Umdenken. Uplengen gab deshalb im vergangenen Jahr bei einem Ingenieurbüro ein Radverkehrskonzept in Auftrag. Nun steht es kurz vor der Fertigstellung. Verkehrsplaner Fabian Roelcke stellte bereits einige Kernpunkte des Konzepts vor. Die Baumaßnahmen, die darin vorgeschlagen werden reichen von Ausbesserungen im Fahrbahnbelag, bis hin zum Bau von gänzlich neuen Radwegen. Das erklärte Ziel: Mindestens zwei Meter Radweg-Breite, im besten Fall aber sogar zweieinhalb Meter. Insgesamt 80 Maßnahmen wurden in dem Konzept herausgearbeitet und in drei Kategorien priorisiert.

Eltern-Taxis in der Kritik

Wann genau diese Liste abgearbeitet sein wird, ist aber unklar. Torsten Stephan vom Bauamt der Gemeinde machte deutlich, dass es bei dem Maßnahmenkatalog um eine langfristige Orientierung gehe. „Wir werden das nicht in den nächsten ein bis zwei Jahren abarbeiten“, so Stephan. „Das wird ein langfristiger Prozess.“ Ein Beratergremium solle künftig ein bis zweimal im Jahr tagen und dem Verkehrsausschuss die Umsetzung von konkreten Maßnahmen empfehlen.

Im Zentrum der Debatte stand insbesondere die Verkehrssituation am Alten Postweg, wo morgens die Eltern-Taxis Radlern desöfteren im Weg stehen. „Wer morgens schon einmal dort gewesen ist, weiß was dort passiert“, sagte Eberhard Wilken (SPD). Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, müssten wegen der geparkten Autos zum Teil sogar auf die Straße ausweichen. Seine Fraktion hatte deshalb in einem Antrag die Verwaltung dazu aufgefordert, die Lage vor der Grundschule besonders in den Blick zu nehmen.

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Der Bürgermeister versprach kurzfristig mit Beschilderung reagieren zu wollen. „Dort herrscht ein geordnetes Chaos“, sagte Trauernicht. „Tatsächlich ist dort zuletzt nichts Schlimmes passiert. Die Verkehrsteilnehmer verhalten sich an der Stelle aufmerksam.“ Trotzdem wurde deutlich, dass der Taxi-Service vieler Eltern dem Bürgermeister ein Dorn im Auge ist. „Es ist an allen Grundschulen in der Gemeinde das selbe Bild“, so Trauernicht. „Wenn es mehr Radfahrer gäbe, würde das die Lage entschärfen.“

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