Ebkenssche Windmühle Barßel Wie wird das Müllerhaus künftig genutzt?
Das historische Gebäude befindet sich seit 2019 im Eigentum der Gemeinde Barßel. Früher war dort Gastronomie. Jetzt gibt es unterschiedliche Interessen und Nutzungsideen für das Müllerhaus.
Barßel - Seit 2019 ist die Gemeinde Barßel Eigentümerin der Ebkensschen Windmühle aus dem Jahr 1717. Die Türen des Müllerhauses, in dem sich zuletzt Gastronomie befand, sind geschlossen. Lediglich die Mühle wird derzeit vom Arbeitskreis Mühle des Bürger- und Heimatvereins Barßel betreut und auf Vordermann gehalten.
Doch das gesamte Mühlenensemble mit Mühle und Müllerhaus soll in Zukunft wieder mit Leben gefüllt werden. Schon einmal hatte die Gemeinde Barßel zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen und dazu auch Fachleute hinzugezogen. Es gab verschiedene Vorschläge. Von der Gastronomie, über Ferienwohnungen bis hin zum Saalbetrieb für die Öffentlichkeit. Doch bisher konnte nichts umgesetzt werden.
Neuer Anlauf für Nutzungskonzept
Nun startet die Gemeinde Barßel einen weiteren Anlauf, nachdem die Fraktions- und Gruppenvorsitzenden im Rat der Gemeinde Barßel vom Beschluss des Verwaltungsausschusses abgerückt sind, nur mit Interessenten im Hinblick auf die Einrichtung eines Gastronomiebetriebes Gespräche zu führen. Die Nutzung soll nun für alle Interessenten offen gehalten werden.
Interesse bekundet beispielsweise der Bürger- und Heimatverein Barßel. Er möchte das Müllerhaus für seine Zwecke nutzen. Auf der Sitzung des Ausschusses für Kultur-, Sport und Tourismus am Montagabend in der Mensa der IGS Barßel erläuterte dessen Vorsitzender Otto Elsen den Antrag seines Vereins. „Aktuell steht der Verein vor einer großen Herausforderung, denn der Mietvertrag über das bisherige Domizil des Vereins „Dat lütje Huus“, läuft aus. Aufgrund der unsicheren Vertragssituation möchte der Verein gerne das Müllerhaus nutzen“, sagte Elsen.
Heimatverein will Haus saniert haben
Voraussetzung sei allerdings, dass die Rahmenbedingungen stimmen. So sollten umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen durch die Gemeinde Barßel erfolgen. „Welche konkreten Möglichkeiten einer späteren Nutzung bestehen, sollte durch ein nachhaltiges Konzept eines Fachbüros erarbeitet werde. Denkbar wäre auch eine Kooperation mit anderen Vereinen“, so Elsen. Er schlug für die Erarbeitung eines Konzepts Dr. Beate Bollmann von der Museumsberatung Oldenburg vor. Denn das Müllerhaus steht unter Denkmalschutz.
„Das Müllerhaus muss im Besitz der Gemeinde verbleiben. Das ist ganz wichtig. Der Zahn der Zeit hat am Gebäude genagt. Es muss etwas passieren. Desto länger wir warten, umso teurer wird die Sanierung. Das Müllerhaus ist ein Kulturerbe und muss erhalten bleiben“, meinte Ratsherr Hubert Niemeyer von der Bürgerfraktion. „Als die Gemeinde das Gebäude 2019 übernommen hat, war uns klar, dass etwas passieren muss. Wir haben eine Bürgerbeteiligung durchgeführt und auch eine Bereisung von Mühlenensemble vorgenommen. Die Mehrheit war für eine gastronomische Nutzung. Es ist schon wichtig, dass wir einen Saalbetrieb für eine Gemeinde mit fast 14000 Einwohnern haben sollten“, erwiderte Barßels Bürgermeister Nils Anhuth.
Bis Ende Februar kann jeder Ideen einreichen
„Ich denke, dass Müllerhaus sollte endlich wieder einer Nutzung zugeführt werden. Es schadet nichts, wenn wir den Vorschlag des Bürgervereins aufgreifen und Dr. Bollmann um die Ausarbeitung eines Konzeptes bitten“, stellte Ratsherr Hans Geesen für die CDU-Fraktion fest. Diesem Vorschlag konnte auch Ratsherr Hannes Coners von den Grünen folgen.
Bürgermeister Anhuth verwies noch einmal auf das zukünftige Bürgerhaus mit einem Saal, der dann von Vereinen für Veranstaltungen, Besprechungen und Versammlungen genutzt werden kann. Die Empfehlung des Ausschusses: Alle Interessenten, die das Müllerhaus künftig nutzen möchten, sind aufgerufen, ihre Konzepte bis zum 28. Februar 2023 bei der Gemeinde Barßel einzureichen. Zudem soll Dr. Beate Bollmann beauftragt werden, ein Nutzungs- bzw. Raumkonzept zu erarbeiten.
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