Perspektive Innenstadt in Leer Stadt mit Resonanz zu Workshops zufrieden – Vorschläge eher vage
In vier Workshops haben sich Leeraner mit der Verschönerung der Stadt auseinandergesetzt. Ihre Ideen wurden gesammelt. Dabei ging es oft um die gleichen Themen.
Leer - „Herzlich willkommen“, begrüßt ein Mitarbeiter der Stadt alle, die in den historischen Ratssaal des Leeraner Rathauses kommen. Dann bekommt jeder der etwa 30 Besucher vier Streifen Papier. „Da können Sie zwei Aspekte aufschreiben, die Ihnen gefallen und zwei, bei denen nachgearbeitet werden muss“, erklärt er.
Was und warum
Darum geht es: In vier Workshops haben sich Leeraner mit Themen auseinandergesetzt, die dazu dienen sollen, die Stadt schöner zu machen.
Vor allem interessant für: Leeraner und Besucher der Stadt
Deshalb berichten wir: Die Workshops sind nun vorbei. Wir wollten wissen, wie zufrieden die Stadt mit den Ergebnissen ist. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Das wird die Grundlage bilden für die Gespräche im Rahmen von Perspektive Innenstadt. An diesem Abend ging es um die Altstadt. Drei weitere Workshops wurden angeboten, dabei drehten sich die Gespräche um Digitalisierung, Ernst-Reuter-Platz und neue Verbindungen. Zurück im Ratssaal. Bei Verbesserungsvorschlägen sind die Zettel schnell gefüllt. Häufig wird hier vor allem der Verkehr angesprochen. Sei es Konflikte zwischen Radfahrern und Autofahrern, aber auch die rutschigen Kanten werden genannt. Die Zettel mit den schon guten Inhalten werden verhaltener ausgefüllt.
Vorbereitungen
Doch auch positive Aspekte finden sich: Die vielen kleinen Geschäfte, die schöne Architektur und die Aufenthaltsqualität. Sehr oft hört man aber auch die Frage. „Was hast du da genannt?“ Nachdem alle Zettel an eine Pinnwand geheftet wurden, begrüßte Stadtbaurat Rainer Kleylein-Klein die Teilnehmer: „Wir wollen heute ihre Ideen und Vorschläge zu Papier bringen. Es geht darum, gemeinsam Ideen zu entwickeln“, erklärt er. Entsprechend vage blieben die Ideen der Workshopteilnehmer auch. Mehr Grünflächen, Plätze zum Verweilen und die Entzerrung des Verkehrs. Auffällig an diesem Abend: Es sind nur ältere Menschen gekommen. Hinzu gesellen sich diejenigen, die von Baumaßnahmen direkt betroffen wären: Die Inhaber der Geschäfte. Jüngere sind nicht erschienen.
Große Verwirrung gab es bei den Teilnehmern über den Finanzrahmen. „Wir müssen ja erst einmal wissen, mit welchem Rahmen wir planen können. Immerhin wurde die Altstadt bei sowas bisher ja sehr vernachlässigt“, sagte ein Teilnehmer. Dabei ist gerade das nicht Sinn der Workshops gewesen. „Es geht darum, dass Sie uns Ideen liefern und wir dann nach Fördermöglichkeiten suchen“, erklärte eine Stadtmitarbeiterin. Man erhoffe sich durch die Workshops ein Arbeitspapier mit Aufgaben für die nächsten Jahre. „Wir gucken auf kurzfristige, mittelfristige und langfristige Aufträge“, erklärt sie.
Arbeitsgruppen
In drei Gruppen aufgeteilt diskutierten die Teilnehmer dann über ihre Ideen. Als Anregung hatten die Mitarbeiter der Stadt Zettel auf die Tische gelegt. Darauf standen mögliche Maßnahmen. Darin schlug man beispielsweise vor, die Brunnenstraße und die Mühlenstraße zu Spielstraßen zu erklären. Gleichzeitig könnten Parkplätze entfernt und der Fußweg verbreitert werden. Viele der Teilnehmer nahmen sich der Ideen an, brachten aber auch eigene Gedanken ein. Zumindest die meisten:
Drei ältere Frauen verließen den Workshop bereits nach 20 Minuten. „Die Akustik ist so schlecht, ich verstehe nichts“, beklagte sich eine beim Rausgehen. Die, die blieben, sprachen über die Altstadt: „Das mit den Autos geht so nicht weiter“, „Ich könnte mir gut Sitzgelegenheiten vorstellen“, „Was halten Sie eigentlich von mehr Pflanzen?“, waren Sätze, die dabei immer wieder fielen. Ähnlich liefen auch die anderen Workshops ab. „Die Workshops des Förderprogrammes Perspektive Innenstadt wurden von den Teilnehmenden sehr gut angenommen“, zeigte sich Stadtsprecher Patrick Düselder im Anschluss erfreut. Man habe in jedem Workshop Ideen sammeln können, die man nun weiter ausarbeite.
Blick in die Zukunft
„Im neuen Jahr, Ende Januar, Anfang Februar – der genaue Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben – werden die Auswertungen dann als Grundlage der folgenden Workshopreihe dienen“, so Düselder. Dann gehe es darum, dass die Vorschläge konkretisiert werden und die Umsetzbarkeit geprüft werde.
Die Stadt erhofft sich viel von den Workshops und der nun anstehenden Detailarbeit. Die Innenstadt soll nämlich zum Erlebnis werden, heißt es von der Stadt. Die Nutzungsvielfalt der Innenstadt soll bei gleichzeitiger Verbesserung der Aufenthaltsqualität gestärkt werden. Denn belebte Innenstädte mit hoher Aufenthaltsqualität seien die Gesichter einer jeden Stadt, heißt es dazu. Die Stadt Leer möchte mit dem Innenstadtkonzept die Verknüpfung von wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Einzelhandels mit kulturellen, touristischen und sozialen Aspekten als elementare Herausforderung für den Erhalt der Innenstadt erreichen. Die Innen- und Altstadt Leers soll weiterhin als Lebensraum und Ort der Begegnung und Kommunikation erhalten und ausgebaut werden. Die nun beendeten Workshops waren dazu der Türöffner. Im Frühjahr wird es weitergehen.