Ostfriesische Krimitage Mord und Totschlag im Fehntjer Forum
Der Leeraner Peter Gerdes stellte in Westrhauderfehn sein neues Buch vor. Die Krimitage gehen noch bis Ende November. Und Sonntag liest ein berühmter Autor in Leer.
Westrhauderfehn - Eine heftige Prügelei. Fäuste fliegen, es setzt Ohrfeigen. Die Kämpfer gehen zu Boden. Plötzlich ist alles voller Blut. „In der Kehle klafft ein tiefer Schnitt. Er ist tot“, liest Krimiautor Peter Gerdes die ersten Zeilen seines im September diesen Jahres erschienenen Kriminalromans „Oldenburger Kohlkönig“, erschienen im Gmeiner-Verlag, Anfang November im Fehntjer Forum Rhauderfehn vor.
Zahlreiche Krimifans kamen, um Gerdes live zu erleben. Gemeinsam mit dem schottischen Akustik-Gitarristen Ian Melrose versetzte er sie für einen Abend in eine Welt voller Spannung, Mord und Rätsel. Der Mörder begeht seine Taten in Serie vor Langeoog, in Leer und Oldenburg. Bei allen Opfern findet sich ein Grünkohlblatt. Hauptkommissar Stahnke ermittelt. Das Oldenburger Gymnasium und eine Kohlfahrt spielen in Gerdes neuem Buch eine zentrale Rolle. So viel sei an dieser Stelle verraten. Die Lesungen aus einzelnen Kapiteln fanden musikalische Ergänzung durch Gitarre und Gesang von Melrose. So folgte auf einen actionreichen Textausschnitt rasante Musik gleich dem schnellen Herzschlag des Täters nach seinem ersten Mord. „Man hat gehört, hier kommt etwas ins Rollen“, kommentierte Gerdes die Livemusik und erläuterte ein Krimigesetz: „Es muss eine Leiche geben. Je toter, desto besser.“
Corona störte den Rhythmus
Im „Oldenburger Kohlkönig“ tauchen davon mehr als eine auf. Der Autor von über 100 Kurzgeschichten und insgesamt 20 Krimis liest gerne vor Publikum. Das war coronabedingt lange nicht möglich gewesen. Zahlreiche geplante Lesungen wurden abgesagt oder fanden nur online statt. Erfahrungen aus über 20 Jahren als Veranstalter gelten nicht mehr, man müsse sich neu erfinden, resümiert der Autor. „Man kann die Lage nicht einschätzen. Da muss man sehr vorsichtig sein“, so Gerdes. Jetzt gehe es darum, Flagge zu zeigen und Versuchsballone steigen zu lassen. Die Krimitage seien durch Corona aus dem Rhythmus gekommen.
Das Krimifestival findet in diesem Jahr mit lediglich acht Veranstaltungen in deutlich kleinerer Ausführung als gewohnt statt. „Es ist auch noch nicht alles so, wie davor“, berichtet der Festivalveranstalter. „Wir kombinieren verschiedene Künste und wollen sie miteinander verschränken.“
„Null gleich eins“ im Sparkassen-Forum
Die Kombination von Lesung und Musik ist für den Autor nicht neu. In der Vergangenheit mixte er seine Krimis unter anderem mit Bootsfahrten, Whisky und Musik. „Wir lassen Musik und Text schon für sich, aber bringen sie eng zueinander, um Stimmungen zu verdeutlichen.“ Das ist Peter Gerdes und Ian Melrose für einen Abend im Fehntjer Forum gelungen.
Die 12. Ostfriesischen Krimitage gehen noch bis Ende November. Am Sonntag, 13. November, liest Arne Dahl im Sparkassen-Forum Leer aus seinem Krimi „Null gleich eins“. Zum Abschluss des Krimifestivals gibt es am 30. November eine Lesung mit Klaus-Peter Wolf aus „Ostfriesensturm“ und Musik von Bettina Göschl und Komplize im Rathaussaal Filsum. Ausführliche Infos unter: www.krimitage.de