Nach Absage in Leer  Großes Public Viewing in Filsum geplant

Tobias Rümmele
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Von Tobias Rümmele
| 17.11.2022 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Filsum sollen bis zu 1000 Fans gemeinsam die deutschen WM-Spiele schauen. Foto: Zinken/DPA
In Filsum sollen bis zu 1000 Fans gemeinsam die deutschen WM-Spiele schauen. Foto: Zinken/DPA
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In Leer sorgte mangelnde WM-Euphorie für eine Absage. Dafür wagt sich nun ein Veranstalter aus Filsum aus der Deckung. Die Menschenrechtslage beim Gastgeber Katar bereitet ihm keine Sorgen.

Filsum - „Wie hälst du‘s mit der Fußball-WM?“ Die Gretchen-Frage, ob man guten Gewissens die Tore der deutschen Nationalmannschaft in Katar bejubeln darf, spaltet derzeit Fans, Freundeskreise, Sportvereine und Familien. In Leer sollte es eigentlich ein großes Public Viewing geben. Doch Anfang der Woche folgte die Absage. Dafür wagt sich nun ein Veranstalter aus Filsum aus der Deckung. Der DJ und Veranstaltungsmanager André Spormann zeigt die deutschen WM-Spiele kostenlos in seiner Veranstaltungshalle, der Dancehall im Filsumer Gewerbegebiet.

Was und warum

Darum geht es: In Filsum wird es zur Fußball-WM ein Public Viewing geben.

Vor allem interessant für: Fußball-Fans

Deshalb berichten wir: Nach der Absage in Leer gibt es nun ganz in der Nähe ein großes Public Viewing.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

Die Gründe, die in Leer zur Absage führten, wecken bei Spormann keine Bedenken. Dass er ein eigenes Public Viewing veranstaltet, sei unabhängig von der Absage in Leer erfolgt. Er habe sich bereits frühzeitig um die notwendige Technik und Genehmigungen der Behörden bemüht. Die Leeraner Veranstalter hatten auf mangelnde WM-Euphorie in der Bevölkerung und die teils katastrophale Menschenrechtslage in Katar verwiesen. Spormann sieht die Frage, wie groß der Besucherandrang sein wird, gelassen „Das muss man abwarten“, sagt er. „Natürlich hoffe ich, dass das Angebot gut angenommen wird. In die Halle kriege ich 1000 Leute rein. Aber ich habe meinen Freunden schon gesagt, dass wir notfalls alleine da sitzen, ein Bier trinken und das Spiel schauen.“

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WM-Gastgeberland steht in der Kritik

Zur Menschenrechtslage in dem Emirat möchte sich Spormann nicht näher äußern. „Da halte ich mich raus“, sagt der Veranstalter. Er sei aber erst vor wenigen Wochen in Dubai gewesen. „Da habe ich nichts Besonderes gemerkt. Das war nicht wirklich anders als bei uns“, sagt Spormann über seine Eindrücke im Nachbarland Katars. Allerdings seien in Dubai die Menschen bereits im „Fußball-Fieber“. Die Vorfreude auf das anstehende Turnier sei dort riesengroß.

Der WM-Gastgeber Katar steht international in der Kritik. Immer wieder wird insbesondere auf die mangelnden Rechte von Frauen und Homosexuellen verwiesen. Außerdem herrschten auf den Baustellen der neu errichteten Fußball-Arenen katastrophale Arbeitsbedingungen. Tausende Menschen sollen im Vorfeld auf den Baustellen ihr Leben verloren haben.

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In Leer hatten deshalb die Grünen eine Absage des Public Viewings gefordert. Die schlechten Vorzeichen, unter denen das Turnier in Katar steht, hatte auch den Leeraner Veranstalter Ekko Gosch zu einer Meinungsänderung bewegt. „Man muss auch sagen: Eine WM gehört einfach in den Sommer. Ich habe zwar gedacht, die Stimmung kommt noch, aber dem war nicht so“, sagte er am Montag gegenüber dieser Zeitung.