Reformierte Kirche  Was wird aus den Gemeindehäusern?

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Von EPD
| 14.11.2022 14:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden Foto: Preuß
Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden Foto: Preuß
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Bei der Gesamtsynode der reformierten Kirche geht es in Emden auch um die Zukunft kirchlicher Gebäude. Dabei gebe es keine Denkverbote, sagt die Kirchenpräsidentin.

Leer/Emden - Ein „Signal des Aufbruchs“ erhofft sich Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden von der am Donnerstag in Emden beginnenden Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche. „Wir müssen wegkommen von den Diskussionen um sinkende Mitgliederzahlen und schrumpfende Einnahmen und hin zu der Frage, wie wir als Kirche mit den vorhandenen Ressourcen künftig sichtbarer werden“, sagte die leitende Theologin dem Evangelischen Pressedienst. Die zweitägige Tagung wird live im Internet übertragen.

Die 60 Delegierten des Kirchenparlaments tagen bis zum Freitag in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek. Auf der Tagesordnung stehen neben dem Haushalt für das kommende Jahr mit einem Volumen von 49 Millionen Euro unter anderem ein Bericht der Kirchenleitung, der Klimaschutz sowie die Planung einer Taufkampagne.

Wie muss Kirche sich verändern?

„Wir wollen in der Synode über die gegenwärtigen Herausforderungen zum Gespräch kommen“, sagte bei der Wieden. Es gehe um die Frage, wie sich Kirche verändern muss, um auch in der Zukunft eine wichtige Rolle in der Gesellschaft zu spielen. „Wir sind immer noch stark, haben Mitglieder und eine Botschaft“, unterstrich sie. Zur evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 165.400 Mitglieder in 143 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu.

Gefragt sei die Kreativität der Gemeinden vor Ort im Zusammenspiel mit den anderen gesellschaftlichen Akteuren, wie Vereinen, Parteien, der Ökumene oder der Freiwilligen Feuerwehr. „Gerade in diesem Winter sollten wir gemeinsam wärmenden Räume schaffen“, sagte die Theologin: Gemeint seien nicht nur beheizte Räume, sondern auch die innere Wärme, die durch Gemeinschaft und Seelsorge verbreitet werde. „Auch kleine und niedrigschwellige Aktionen sind gut und wichtig.“ In zahlreichen Gemeinden werde dies bereits erfolgreich praktiziert.

Umzug in Ladenlokal

Eine weitere Herausforderung sei angesichts steigender Energiekosten und des Klimaschutzes die weitere Nutzung kirchlicher Gebäude. Bei der Wieden zufolge muss geklärt werden, welche Bauten noch zu welchen Zwecken genutzt werden. Dabei gebe es keine Denkverbote: So plane etwa die reformierte Gemeinde in Northeim bei Göttingen demnächst ihr Gemeindehaus zu verkaufen und stattdessen ein leer stehendes Ladenlokal in der Innenstadt für ihre Angebote zu beziehen.

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