Was wird aus dem Transrapid? Neuer Lack und eine 25-Punkte-Liste
Wie es ein Jahr nach der Gründung beim Förderverein Transrapid Emsland in Lathen weitergeht. Die Organisatoren haben einen Aktionsplan erarbeitet.
Lathen - Der Förderverein Transrapid Emsland in Lathen hat sich für das zweite Jahr seines Bestehens eine Menge vorgenommen. Zuletzt war unter einigen führenden Mitgliedern ein heftiger Streit entbrannt.
„Es gibt immer wieder unterschiedliche Ansichten“, erklärte Vorsitzender Norbert Holtermann am Dienstag nach der ersten Jahreshauptversammlung. Das sei auch während der Zusammenkunft von gut 30 der insgesamt mehr als 100 Mitglieder im Haus des Gastes deutlich geworden. Bei den „umfangreichen Diskussionen“ sei es nicht nur um den Transrapid 08 gegangen, so Holtermann.
Streit um Standortfür den TR 08
An der potenziellen Ausstellungsfläche für Teile des TR08, bei denen es sich um das Fahrzeug handelt, in dem bei der Transrapid-Katastrophe im September 2006 insgesamt 23 Menschen starben, hatte sich die Auseinandersetzung entzündet. Während sich der Rat der Gemeinde Lathen auf einen Standort an der Niederlangener Straße festlegte, gehört der TR08 nach dem Willen einiger Mitglieder zum im Sommer wieder eröffneten Besucherzentrum an der im Jahr 2011 stillgelegten Versuchsanlage. Im Zuge der Auseinandersetzung war Christian Hespe von seinem Beisitzer-Posten zurückgetreten. Der Vorstand bedauere dies, betont Holtermann. Schließlich sei Hespe eine treibende Kraft im Verein gewesen. Der Posten werde vorerst aber nicht nachbesetzt, so der Vorsitzende. Vorstandswahlen stehen turnusgemäß erst 2023 an.
Ziel sei es zunächst, mehr kommissarische Beisitzer in den Vorstand zu holen, um die Vielzahl der anstehenden Projekte auf möglichst mehrere Schultern zu verteilen, erklärt Holtermann.
Zug von einem großen Baugerüst eingehüllt
Nach seinen Worten hat der Verein einen Aktionsplan entwickelt. Diese „To-do-Liste“ umfasse 25 Punkte. Dabei sei gleichwohl nicht jeder so üppig wie das Vorhaben, den verwitterten TR07 vor dem Besucherzentrum im kommenden Jahr neu zu lackieren. Dafür soll der Zug von einem großen Baugerüst eingehüllt werden.Besonders ist aber etwas anderes: Wie Holtermann berichtet, hat der Verein zu zwei Lackierern Kontakt geknüpft, die genau den TR07 seinerzeit als Azubis lackiert hätten und nun wieder aktiv werden möchten. Finanziert werden solle das Projekt mithilfe von Spenden und kommunalen Zuschüssen.
Zudem müsse der TR07 isoliert und neu abgedichtet werden, sagt Holtermann. Um ihn sozusagen erst einmal „winterfest“ zu machen, soll er nach Möglichkeit kurzfristig mit einer Folie überzogen werden. Dasselbe sei mit dem TR06 geplant, der derzeit auf einem Firmengelände der Witterung ungeschützt ausgesetzt ist. Außerdem solle der Zaun vor dem Besucherzentrum erneuert werden. Apropos Besucherzentrum: Ein großer Erfolg für den Verein war die spontane und zunächst provisorische Wiedereröffnung des jahrelang verwaisten Zentrums an der Hermann-Kemper-Straße im Sommer. An manchen Tagen seien mehrere Hundert Menschen da gewesen, berichtet Holtermann. Dem Interesse habe der Verein nur dank des großen ehrenamtlichen Einsatzes einiger Mitglieder gerecht werden können.
Besucherzentrum wirdauf Anfrage geöffnet
Seit November ist das Besucherzentrum offiziell geschlossen. Es wird auf Anfrage von Gruppen per E-Mail an info@fv-transrapid.de aber geöffnet.
Vereinschef Holtermann, der auch ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Lathen ist, zieht ein Jahr nach Gründung des Fördervereins eine positive Bilanz: „Es ist sehr viel in Bewegung gesetzt worden. Die Vereinskultur entwickelt sich. Wir brauchen aber weitere Mitglieder und Sponsoren.“ Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an den Transrapid im Emsland zu pflegen.