Hamburg  Acht Gründe, warum Sie jetzt einen Hund brauchen

Karolina Meyer-Schilf
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Von Karolina Meyer-Schilf
| 10.11.2022 10:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Hält im Winter warm: Beagle auf Sofa. Foto: Imago Images/Imagebroker/Przemyslaw Iciak
Hält im Winter warm: Beagle auf Sofa. Foto: Imago Images/Imagebroker/Przemyslaw Iciak
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Hunde sind die besten Freunde des Menschen, sie machen aber auch viel Arbeit. Wir sagen Ihnen, warum Sie sich dennoch unbedingt für einen Hund entscheiden sollten.

Eigentlich ist ja schon der Ansatz falsch: Wer acht Gründe braucht, um sich einen Hund anzuschaffen, sollte gleich über eine Katze nachdenken. Normalerweise reicht ein guter Grund aus, um sich für etwas zu entscheiden, erst recht, wenn es dabei um den besten Freund des Menschen geht. Nahezu alles spricht für einen Hund, während es nur wenige Argumente dagegen gibt. Und selbst die sind – bei Licht betrachtet – eigentlich ein Argument für einen felligen Freund.

Ein gängiges Argument aller Hundeskeptiker lautet: Man sei dann ja so angebunden. Dabei besteht hier schon das erste Missverständnis: Nicht der Mensch ist angebunden, sondern der Hund. Vor Supermärkten, an Joggingleinen, an Autogurten. Mit Rousseau könnte man auch sagen: Der Hund wird frei geboren und überall ist er in Ketten.

Dem Menschen hingegen winkt erst mit dem Hund die ganz große Freiheit: Während der Pandemie etwa, als in vielen Ländern Ausgangssperren galten, sorgte der Besitz eines Hundes für regelmäßigen Freigang. Das ging so weit, dass spanische Hundebesitzer ihre Tiere sogar an Nachbarn vermieteten: Geld gegen Freiheit. Aufgefallen war das, weil in bestimmten Straßen immer derselbe Hund mit wechselnden Begleitern unterwegs war.

Ebenfalls aufgeflogen war ein Mann, der einen Stoffhund an der Leine ausführte. Mit einem echten wären ihm die Scherereien mit der Polizei erspart geblieben. Insofern schützt der Besitz eines Hundes sogar gegen das Abrutschen in die Kriminalität.

Ihnen fällt beim Kochen etwas herunter? Vor dem Fernseher fällt die Chipstüte um? Kein Problem mehr, wenn Sie einen Hund haben. Er kümmert sich umgehend und kostenlos um die restlose Beseitigung aller Essenspuren auf Teppich und Fliesen. Dass er dabei ein paar Haare verliert? Kein Problem, denn die lassen sich schnell wegsaugen und treten sich anders als fettige Chips oder Kekskrümel nicht unschön in der Auslegeware fest.

Gasmangellage: Dieses Wort sorgt seit einigen Wochen für Panik in der Bevölkerung. Die Menschen sehen einem kalten Winter entgegen, den sie mit von innen beschlagenen Fensterscheiben und dampfendem Atem in der ungeheizten Wohnung verbringen.

Dieses Schreckenszenario kann Hundebesitzern so gut wie egal sein. Denn wer einen Hund hat, wird auch im tiefsten Winter niemals frieren. Hunde haben eine höhere Körpertemperatur als Menschen, nämlich zwischen 38 und 39 Grad. Und weil sie gerne kuscheln, profitieren auch die Halter von der kleinen Fellheizung. Ein Hund auf dem Sofa ersetzt also den Heizlüfter. Und das Beste: Er kostet noch nichtmal Strom.

Vielleicht ist es nur Zufall, dass sich „Hund“ auf „gesund“ reimt – aber beide Worte sind untrennbar miteinander verbunden. Allein die Anwesenheit eines Hundes senkt nachweislich den Blutdruck, das Kuscheln zwischen Hund und Halter sorgt – bei beiden! – für die Ausschüttung des sogenannten „Kuschelhormons“ Oxytocin. Das wiederum dämpft Angst und Stress und vermindert Aggressionen.

Ein Hund nötigt einem außerdem allerlei anderes Gesundes auf: So muss man mehrfach am Tag bei Wind und Wetter mit ihm an die frische Luft, bekommt Bewegung bei langen und kurzen Spaziergängen und knüpft dabei auch noch soziale Kontakte: Als Hundehalter kommt man zwangsläufig mit Menschen ins Gespräch.

Dass es immer dieselben Gespräche sind („Der ist ja süß, wie alt ist er denn?“, „Ist das ein Jack Russell Terrier?“, „Sind die nicht ziemlich wild?“), ist dabei eigentlich nebensächlich.

Gerade Singles wissen die Gesellschaft eines Hundes zu schätzen: Er ist immer da, hört sich geduldig alles an, widerspricht nicht und meldet keine Wünsche beim Fernsehprogramm an, sondern suchtet mit uns nächtelang die Lieblingsserie auf Netflix durch.

Will man etwas unternehmen, egal was, ist er auf jeden Fall begeistert von der Idee. Das muss ein Partner erstmal schaffen. Entwickelt man sich mangels Korrektiv dann mit der Zeit zum narzisstischen Egomanen, bleibt der Hund selbst dann noch bei einem.

Aber auch Paare oder Familien profitieren enorm vom vierbeinigen Familienmitglied: Kinder lernen Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen und stärken damit ihre Sozialkompetenz. Jugendliche (und Erwachsene) weinen ihren Liebeskummer ins dichte Fell. Erwachsene können über ihren Chef, die Freundin oder den Partner herziehen ohne befürchten zu müssen, dass der Hund irgendetwas davon weitererzählt.

Zu guter Letzt ist der Hund die perfekte Ausrede für alles, auf das man keine Lust hat: Schon Ina Müller sang vor einigen Jahren „Hätt’ ich’n Hund – hätt ich’n Grund“. Man kann etwa kurzfristig Termine absagen und einen plötzlich erkrankten Vierbeiner vorschieben. Auf „Pauli hat die ganze Nacht gekotzt, ich kann ihn wirklich nicht allein lassen“, gibt es einfach keine andere Reaktion als Verständnis.

Die so gewonnene Freizeit verbringt man dann am besten mit dem Haustier: Denn – und das ist die eigentliche Antwort auf die Frage, warum man sich einen Hund anschaffen soll – mit einem Hund macht einfach alles mehr Spaß als ohne.

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