Eckernförde Nach zwei Not-Geburten: Baumarkt richtet „Storchenparkplatz“ ein
Auf dem Parkplatz des Hagebaumarkt im schleswig-holsteinischen Eckernförde wird jetzt nach zwei Not-Geburten in diesem Jahr ein Reservierungsschild für werdende Eltern aufgestellt.
Zwei Not-Geburten in einem Jahr auf dem firmeneigenen Parkplatz lässt auch die Mitarbeiter und Führungsriege des Hagebaumarkts in Eckernförde nicht kalt. Dass beide Geburten am 15. Januar und 6. November für Mutter und Kind ein glückliches, sprich gesundes Ende genommen haben, freut alle 62 Mitarbeiter - sie gratulieren den beiden Familien und wünschen ihnen alles Gute.
Das soll‘s aber nicht gewesen sein. Marktleiter Stefan Lehrke hat zusammen mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Peter Siemsen beschlossen, auf dem für werdende Eltern in den letzten Wehen strategisch offenbar gut gelegenen Parkplatz direkt an der B76 zwischen Imland-Klinik und Lornsenplatz einen „Storchenparkplatz“ zu reservieren. An diesem Parkplatz müssen alle werdenden Eltern aus dem nördlichen Kreisgebiet auf der Fahrt ins UKSH nach Kiel und in den Kreißsaal der Imland-Klinik in Rendsburg vorbei. Sind die Wehen und die Schmerzen zu stark, wird die Fahrt abgebrochen, der Parkplatz angesteuert und dann die Rettungskräfte alarmiert.
Da solche Notfälle nicht immer nachts oder wie jetzt an einem Sonntagabend stattfinden, wenn der Parkplatz frei ist, soll das Reservierungsschild dafür sorgen, dass Rettungswagen auch werktags zu Stoßzeiten die Möglichkeit haben, dort zu parken, um dabei zu helfen, Kinder auch außerhalb der Klinik gesund zur Welt zu bringen.
Diese Gedanken trieben Peter Siemsen und Stefan Lehrke nach Bekanntwerden der jüngsten Notfall-Geburt auf ihrem Grundstück am vergangenen Sonntag um. In Anlehnung an das sehr gelungene „Storchenparkplatz für werdende Eltern“-Schild an der Imland-Klinik in der Schleswiger Straße haben sie einen eigenen Entwurf kreiert, der so schnell wie möglich - man weiß ja nie - als Parkplatzschild am Hagebaumarkt aufgestellt werden soll. Wo genau es auf dem großen Parkplatz platziert wird, ist noch nicht entschieden.
In jedem Fall aber steht dieser Parkplatz für alle Not-Geburten zur Verfügung. Aller Voraussicht nach dürfte das Schild einen sinngemäßen Zusatz „Zwischenstopp für alle werdenden Mütter bis zur Wiedereröffnung der Geburtshilfe an der Imland-Klinik Eckernförde“ erhalten. Wenn die Geburtsstation wieder arbeiten darf, würde die Notwendigkeit eines „Storchenparkplatzes“ vor dem Hagebaumarkt hinfällig werden und vielleicht einen Platz im Firmenarchiv oder eine andere Verwendung finden. Die Geburtsstation an der Imland-Klinik Eckernförde wurde von der Geschäftsführung vor knapp einem Jahr nach einem Todesfall geschlossen.
„Wir haben schon scherzhaft mit unseren Mitarbeitern diskutiert, ob wir nicht unsere Ersthelferschulung in eine Geburtshelferschulung umwandeln sollten“, sagte Marktleiter Lehrke. Kein Scherz ist hingegen, dass der Hagebaumarkt bereits baby- und kinderfreundlich ausgestattet ist: In der ersten Etage gibt es eine kleine Abteilung mit Baby- und Kindersachen und im Sanitärbereich steht Eltern im Vorraum ein Wickeltisch zur Verfügung.
Nur auf Not-Geburten war man bisher im Baumarkt noch nicht eingestellt. Das wird sich jetzt kurzfristig und vermutlich vorübergehend ändern, bis die Geburtsstation im Krankenhaus wieder eröffnet wird.