Hamburg Kündigung per E-Mail? Einige bei Twitter werden froh darüber sein
Twitter-Chef Elon Musk fackelt nicht lange: Kurz nach der Übernahme werden Tausende Angestellte gekündigt – per E-Mail. Es zeigt eine Seite, die viele seiner Fans gerne ausblenden.
Unter Elon Musk soll Twitter laut eigener Aussage „warm und einladend für alle“ werden. Dieses Ziel scheint vor allem für die digitale Plattform zu gelten, weniger für das Unternehmen. Denn kurz nach der Übernahme für rund 44 Milliarden Dollar, setzt Musk dort zum personellen Kahlschlag an. Die Kündigungen gehen zeitgleich und per E-Mail bei Tausenden Angestellten ein – extrem effizient, maximal unpersönlich und rechtlich offenbar fragwürdig. Aber wer hat schon Zeit für anstrengende Diskussionen mit enttäuschten oder verärgerten Menschen, die gerade ihren Job verloren haben?
Ein knallharter Kapitalist und eiskalter Machtmensch – das ist das andere Gesicht des Multimilliardärs und Tesla-Chefs Elon Musk. Vielleicht ist es nötig für die Erfolge, die Musk ohne Zweifel vorzuweisen hat. Es gehört jedenfalls zum Gesamtbild eines Mannes, der sich öffentlich vor allem als witziger, smarter und positiv verrückter Typ darstellt.
Zur Wahrheit gehört, dass Twitter schon länger als personell überbesetzt galt und manch ein Gekündigter froh sein wird, dass er nicht für den neuen, polarisierenden Chef arbeiten muss.
Mit den Massenentlassungen senkt Musk außerdem auf Sicht die Kosten des Unternehmens. Ob er auch die dringend benötigten Einnahmen steigern kann, steht auf einem anderen Blatt. Zum einen muss sich zeigen, wie viele Nutzer monatlich dafür bezahlen werden, ein verifiziertes Twitter-Konto zu führen. Zum anderen haben mehrere Unternehmen nach der chaotischen Übernahme und Musks Gebaren erstmal ihre Werbung auf der Plattform ausgesetzt, darunter VW und General Motors. Hält dieser Trend an, wird die aktuelle Welle an Kündigung-E-Mails nicht die letzte bleiben.
Diese Statista-Grafik zeigt, wie viele verifizierte Twitter-Nutzer es gibt:
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