Öffentlich-rechtliche  ARD und ZDF braucht es nicht!

Michael Clasen
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Ein Kommentar von Michael Clasen
| 03.11.2022 18:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
WDR-Chef Tom Buhrow bei einer Sitzung der ARD-Intendanten. Foto: DPA
WDR-Chef Tom Buhrow bei einer Sitzung der ARD-Intendanten. Foto: DPA
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Respekt. Tom Buhrow fordert nichts Geringeres als eine Revolution beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Jetzt muss der ARD-Vorsitzende nur den Mut aufbringen, sie auch zu starten.

Bei ARD und ZDF wird die Liste der Missstände seit vielen Jahren länger. Der Filz-Skandal um die als RBB-Chefin gefeuerte Patricia Schlesinger und der Verdacht der politischen Einflussnahme beim NDR sind nur die Spitze des Eisbergs. Alle Reformforderungen wurden bislang jedoch abgebügelt; Kritiker gerne in eine rechte Ecke gestellt. Nun fordert ausgerechnet WDR-Chef grundlegende Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Er tut dies zwar als Privatmann, wie er sagt, hat deshalb aber nicht weniger recht.

Es geht ja nicht nur um die Höhe der Pflichtabgabe und um eine zu große Nähe zu Staatskanzleien. Der Verzicht der ARD auf „Winnetou“-Filmklassiker und das Pushen einer Gendersprache gegen den Widerstand einer großen Mehrheit der Bevölkerung sind Ausdruck einer wachsenden Entfremdung zwischen Sendeanstalten und Publikum. Es geht auch um Vertrauen, Meinungsvielfalt, Ausgewogenheit und Objektivität.

Zweifelsohne gibt es weiterhin eine große Anhängerschaft für „Tatort“ und „Tagesschau“. Das will auch Buhrow nicht abschaffen. Doch er fragt richtigerweise, ob es künftig nicht besser wäre, es gäbe eine große digitale Plattform anstelle der vielen Sendeanstalten mit ihren aufgeblähten Funktionärsapparaten und unzähligen Spartensendern. Nein, diese ARD mit ihren Landesfürsten zusätzlich zum ZDF braucht das Land nicht mehr.

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