Pächter will Pläne umsetzen  Frühere Kultkneipe „Klöntje“ soll zur Loungebar werden

Tatjana Gettkowski
|
Von Tatjana Gettkowski
| 03.11.2022 18:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ali Akman hält an den Plänen fest, in den Räumen der ehemaligen Kneipe „Klöntje“ in Weener eine Lounge einzurichten. Foto: Gettkowski
Ali Akman hält an den Plänen fest, in den Räumen der ehemaligen Kneipe „Klöntje“ in Weener eine Lounge einzurichten. Foto: Gettkowski
Artikel teilen:

Ali Akman will in den Räumen der legendären Kneipe „Klöntje“ in Weener ein Café mit Loungebar einrichten. Auch wenn die Umsetzung nicht ganz einfach ist, hält der 35-Jährige an seinen Plänen fest.

Weener - Ali Akman hat große Pläne mit der Memmingaburg. Der 35-Jährige hat die ehemaligen Räume der legendären Weeneraner Kneipe „Klöntje“ gemietet und möchte dort ein gastronomisches Angebot schaffen: tagsüber Café, abends Loungebar. Doch nun zeigt sich: So einfach, wie er sich das vorgestellt hat, wird es wohl nicht.

Was und warum

Darum geht es: Die Memmingaburg in der Westerstraße in Weener soll wieder in altem Glanz erstrahlen. Im ersten Schritt soll dort ein Café und eine Loungebar entstehen. Die Umsetzung ist aber offenbar nicht ganz einfach.

Vor allem interessant für: Menschen, die sich für die Stadtentwicklung in Weener interessieren.

Deshalb berichten wir: In Weener kursierten Gerüchte, dass Ali Akman seine Sanierungs-Pläne über den Haufen geworfen hat. Wie wollten wissen, was dran ist?

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

„Anfangs machte die Bausubstanz einen ganz soliden Eindruck“, sagt Akman. Doch während der Entkernung des Gebäudes wich die anfängliche Begeisterung einer gewissen Ernüchterung. „Nach den Vorgaben an gastronomische Einrichtungen muss dort ganz viel erneuert werden, zum Beispiel die Elektrik“, sagt er. Aber auch Decken, Wände und das Dach hätten sich als ziemlich marode herausgestellt. „An dem Projekt will ich aber festhalten“, stellt er klar und will damit auch Gerüchte ausräumen, dass er von dem Vorhaben Abstand nehmen will.

Café und Loungebar als erster Schritt

Doch Akman macht sich nichts vor. Die Sanierung wird dauern. „Vier bis fünf Jahre“, schätzt er, wird er dafür benötigen. Er könne nicht alles ad hoc aus seinen privaten Mitteln finanzieren. Dabei bringt Akman, der ursprünglich aus Hannover stammt, nach eigenen Worten einige Erfahrungen auf dem Immobiliensektor mit. Seit 2017 baut er Häuser zu Monteursunterkünften um. Obwohl er vieles selber mache, sei er bei dem Projekt in der Memmingaburg auf Geldgeber angewiesen. „Und die haben manchmal ganz unterschiedliche Vorstellungen“, bringt er ein Problem auf den Punkt, das die Planung nicht leichter macht.

Das Café und die Loungebar sollen der erste Schritt sein, den er auch selbst umsetzen will. Ein Tresen, Mobiliar und Material für den Innenausbau seien schon vorhanden. „Wir werden das Gebäude zunächst winterfest machen, und Anfang kommenden Jahres einen neuen Anlauf nehmen“, erzählt er, wie es nun weitergehen soll.

Die Memmingaburg soll aus dem Jahr 1860 stammen. Das Gebäude ist ein anerkanntes Baudenkmal. Archivfoto: Gettkowski
Die Memmingaburg soll aus dem Jahr 1860 stammen. Das Gebäude ist ein anerkanntes Baudenkmal. Archivfoto: Gettkowski

2021 gingen im „Klöntje“ die Lichter aus

Weihnachten 2021 gingen in der früheren Kultkneipe „Klöntje“ die Lichter aus. Nach 37 Jahren hinterm Tresen verabschiedete sich Enno Janssen aus gesundheitlichen Gründen von seinen Gästen. In Weener ging damit eine Kneipen-Ära zu Ende. Zunächst hatte Michael Boelsen aus Weener, der auch die Sportbar „Abseits“ betreibt, Interesse an dem Lokal. Er hatte vor, den Pub, mit dem viele Weeneraner schöne Erinnerungen verbinden, zu erhalten. Doch er wurde sich mit dem Eigentümer nicht über den Kaufpreis einig.

Enno Janssen war 37 Jahre lang Wirt in der Kultkneipe. Weihnachten 2021 feierte er dort Abschied mit seinen Gästen. Archivfoto: Gettkowski
Enno Janssen war 37 Jahre lang Wirt in der Kultkneipe. Weihnachten 2021 feierte er dort Abschied mit seinen Gästen. Archivfoto: Gettkowski

Dann trat Ali Akman auf den Plan. Anfang 2022 mietete er das denkmalgeschützte Gebäude und räumte sich nach eigenen Angaben gleich ein Vorkaufsrecht für den Fall ein, dass das Baudenkmal verkauft werden sollte. Eigentümer des Gebäudes, das aus dem Jahr 1860 stammen soll, ist Christian Conring aus Ahrensburg in der Nähe von Hamburg, der das Baudenkmal von seiner Familie übernommen hat. „Damals schon in einem desolaten Zustand“, wie der 57-Jährige betont. „Ich habe etwas drei bis vier Jahre lang versucht, die Sanierung mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung anzugehen.“ In Sachen Denkmalschutz seien die Hürden aber zu hoch gewesen. „Von Seiten der Stadt habe ich wenig konkrete Unterstützung bekommen“, sagt er. Aus wirtschaftlicher Sicht, sei eine Sanierung für ihn weder sinnvoll noch finanziell möglich gewesen. Conring stellt sich auch die Frage, ob das Gebäude überhaupt eine angemessene Denkmalqualität besitzt.

Der Pub war für seine urige Einrichtung bekannt. Archivfoto: Gettkowski
Der Pub war für seine urige Einrichtung bekannt. Archivfoto: Gettkowski

Nach Auskunft des Eigentümers kämen zwar immer wieder Kaufinteressenten auf ihn zu. Bislang habe sich daraus aber nichts konkretes ergeben. „Ich hoffe daher, dass es dem Pächter gelingt, das Gebäude mit Leben zu füllen.“ Er könne sich eine gastronomische Nutzung sehr gut vorstellen. „Hinterm Haus könnte man einen Biergarten einrichten.“ Die Stadt Weener könne davon nur profitieren. „Das gastronomische Angebot hier ist ja nicht so groß.“

Ähnliche Artikel