Osnabrückk  Steigende Lebensmittelpreise: Acht Tipps, wie Sie beim Einkauf Geld sparen

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 03.11.2022 14:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Preise für Lebensmittel sind gestiegen, sodass der wöchentliche Einkauf deutlich teurer geworden ist. Foto: dpa
Die Preise für Lebensmittel sind gestiegen, sodass der wöchentliche Einkauf deutlich teurer geworden ist. Foto: dpa
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Brot, Milch, Butter – viele Lebensmittel sind teurer geworden. Doch wer strategisch einkauft, kann im Supermarkt viel Geld sparen. Ein Experte erklärt, worauf es zu achten gilt und wo Fallstricke lauern.

Die Lebensmittelpreise sind rasant gestiegen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge verteuerten sich Nahrungsmittel im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich stark um 12,7 Prozent. Zwar sind nicht alle Nahrungsmittel gleichermaßen betroffen, ‭dennoch schlägt der Wocheneinkauf im Supermarkt inzwischen deutlich mehr zu Buche als Verbraucher es bislang gewohnt waren. Die gute Nachricht: „Mit einfachen Tricks lassen sich beim Einkaufen bestimmt 20 Prozent im Geldbeutel sparen”, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Überblick, wie das gelingt:

Verbraucher sollten nicht ohne Einkaufszettel in den Supermarkt gehen. Denn der verhindert, dass Unnötiges im Einkaufswagen landet. „Überlegen Sie sich deshalb im Vorfeld, was Sie die Woche über benötigen und essen wollen und erstellen Sie einen entsprechenden Wochenplan”, sagt Valet. Dabei gilt es auch entstehende Essensreste mit einzuplanen, um diese noch zu verwerten und nicht wegschmeißen zu müssen. Auch das spart Geld.

Und: Niemals hungrig einkaufen, denn dann wird tendenziell mehr gekauft, wie Studien belegen. Am besten sollten Einkäufe daher nach dem Essen erledigt werden – gerade abends kann man davon profitieren, dass viele Supermärkte verderbliche Lebensmittel vor Ladenschluss reduzieren.

Sonderangebote von Produkten, die man regelmäßig benutzt, können sich durchaus rechnen. „Aber bedenken Sie: Sonderangebote für Markenprodukte sind meist immer noch teurer als Eigenmarken in oft ebenso guter Qualität”, sagt Valet. Auch warnt der Nahrungsmittelexperte vor Großpackungen, die mit Mengenrabatt beworben werden, wie zum Beispiel “3 zum Preis von 2”. “Die kosten erst einmal mehr, landen aber schlimmstenfalls im Müll, weil die große Menge eigentlich nicht benötigt oder verzehrt wird.”

Darüber hinaus kann auch der Kauf bereits abgelaufener Lebensmittel die Kosten senken. Viele Supermärkte präsentieren Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abgelaufen ist, in separaten Kartons zur Auslage oder sie weisen im Regal mit Aufklebern auf die Produkte hin.

Wer kennt es nicht: Die Auswahl an verschiedenen Tomatenpackungen ist riesig. Doch welche ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis die vergleichsweise günstigste? Um das herauszufinden, sollten Verbraucher die Grundpreise pro Kilogramm beziehungsweise 100 Gramm vergleichen, bevor sie sich für ein Produkt entscheiden. „Die Füllmengen sind bei gleichen Packungsgrößen und Preis oft unterschiedlich”, sagt Valet. Teurere Markenprodukte befinden sich dabei zudem häufig auf Augenhöhe, während die günstigeren Produkte und Eigenmarken tiefer im Regal einsortiert werden.

Bei Obst und Gemüse lohnt es sich darauf zu achten, sie während ihrer jeweiligen Saison zu kaufen. Denn außerhalb der Saison sind die Lebensmittel deutlich teurer. „Auch bei Produkten, die Sie direkt beim Erzeuger kaufen, können Sie sparen, wenn Sie gezielt einkaufen”, sagt Valet. So gibt es im Supermarkt beispielsweise häufig teure Markenäpfel wie „Pink Lady“, ein Erzeuger hingegen hat oft auch günstigere Sorten im Angebot.

Im Supermarkt fertig zubereitete Salate oder Gerichte sparen zwar Zeit, kosten aber auch ordentlich extra. „Wer drei Euro mehr am Tag für Fertiglebensmittel ausgibt, ist pro Jahr immerhin mehr als 1.000 Euro los”, so Valet. Es gilt also selber zu kochen. Das ist nicht nur günstiger, sondern oftmals auch gesünder.

Wer einkaufen geht, sollte sich statt für den Einkaufswagen für den Einkaufskorb entscheiden. Denn ist im großen Einkaufswagen noch viel Platz, verleitet das dazu, Dinge zu kaufen, die eigentlich gar nicht gebraucht werden. Der Korb ist schneller voll. Und: Kann man weniger transportieren, kann man auch weniger einkaufen.

Auch Apps können beim Geld sparen helfen. So gibt es beispielsweise digitale Portale, die in größeren Städten Menschen mit Geschäften verbinden, die nicht verkaufte Lebensmittel zur Verfügung stellen. Mit Hilfe der App “Too good to go” beispielsweise kann man so etwa überschüssiges Obst und Gemüse, Brote und Kuchen sowie übrig gebliebene Speisen von Restaurants, Bäckereien, Hotels, Supermärkten und ähnlichen Betrieben zu reduzierten Preisen kaufen. „Es ist also eine Win-Win-Situation: Die Anbieter verdienen noch etwas, werden ihre Brötchen und übrigen Speisen los – und Käufer kommen deutlich günstiger weg”, so Valet.

Das Prinzip von Bonusprogrammen wie Payback oder Deutschlandcard ist einfach: Kunden melden sich kostenlos an, sammeln beim Einkauf Punkte und profitieren davon später in Form von Rabatten oder Prämien. Nutzer scannen dazu nach dem Einkauf ihre Karte oder die entsprechende App an der Kasse ein oder geben ihre Kundennummer in Online-Shops an. Doch wie viel sich letzlich damit sparen lässt, ist umstritten. So müssen Kunden erst viel Geld ausgeben und über einen langen Zeitraum Punkte sammeln, um vergleichsweise kleine Beträge bei Einkäufen oder Punkte für Prämien angerechnet zu bekommen.

Auch Verbraucherschützer Valet warnt: „Wir empfehlen derartige Bonusprogramme nicht. Denn die Rabatte bekommen Verbraucher ja nicht umsonst, sie bezahlen dafür mit ihren Daten.”

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